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Haan
Abschied von alter Schule

Haan: Abschied von alter Schule
Mit dem alten Schulgebäude an der Diekerstraße sind viele Erinnerungen verbunden. Viele Besucher hatten alte FOTO: RPO
Düsseldorf. Rund 40 Haaner erinnerten sich gestern an ihre Zeit in der Grundschule Mittelhaan. Der Bergische Geschichtsverein hatte zu einem letzten Rundgang eingeladen. Das Gebäude wird abgerissen. Von Frank Erkelenz

Was den Kölnern ihre legendäre "Kayjass Nr. Null" ist für viele Haaner die heutige "Grundschule Mittelhaan" an der Diekerstraße 69. In wenigen Wochen wird das altehrwürdige Gebäude Vergangenheit sein, denn die Schule wird abgerissen. Schon heute finden die Kinder in der ehemaligen Pestalozzischule an der Blücherstraße ihre Übergangs-Heimstatt, bis der Neubau an alter Stelle bewerkstelligt ist.

Gestrenge Lehrerin

Im Jahre 1926 wurde mit der Errichtung des Schulgebäudes an der Diekerstraße nach den Plänen des damaligen Stadtbaumeisters Pabst begonnen. Am 23. Januar 1928 nahm die Katholische Schule Mittelhaan ihren Betrieb auf. Einer der ersten Schüler war der heute 88-jährige Willi Trabert. Er nahm gestern gemeinsam mit rund 40 Ehemaligen bei einem Rundgang Abschied von seiner alten Schule und erinnerte sich noch an die gestrenge Lehrerin, "Fräulein Wagner". Wie viele andere hatte Willi Trabert ein altes Klassenfoto mitgebracht, das der Bergische Geschichtsverein in einer Chronik veröffentlichen wird.

Beim Gang durch die verlassenen Flure überkam manchen ein sentimentales Gefühl, denn jede Menge an Erinnerungen wurden wach. "In diesem Raum habe ich auch mal eine Klasse gehabt", wusste Gertrud Gessner zu berichten, die von 1969 bis 1983 hier unterrichtete und nicht nur wegen ihres wunderbaren Gesanges in positiver Erinnerung blieb. So auch bei Paul Zimmermann, der zugab: "Meine Musiklehrerin, Frau Schimming, meinte immer: Du bist der Nagel zu meinem Sarg". Beifälliges Kopfnicken ähnlich begabter Stimmen unterstützte seine Schilderung.

Markantes Gesicht

Während Gertrud Gessner noch in Erinnerungen an alte Zeiten schwelgte, wurde sie angesprochen: "Kennen Sie mich noch?". Klar, das markante Gesicht von Hans-Dieter Hellmann hatte sie nicht vergessen, war doch dessen Vater ehemals selbst Lehrer an der Grundschule. Einen Computer- oder Medienraum gab es damals noch nicht. Auch die Bemalung der Fenster mit Fingerfarben hätte eher wenig Verständnis hervorgerufen. Doch die stilisierte Darstellung der Unterrichtsfächer an der Außenfassade sowie die Wandbemalung im Erdgeschoss gab es schon, als Bürgermeister Knut vom Bovert hier die Schulbank drückte. All das wird in wenigen Wochen Geschichte sein, wie auch das alte Parkett im Seitenflügel. "Das war früher schon so", erinnerte sich Uwe Hetzel an seine Zeit in der Grundschule Mittelhaan.

Quelle: RP
 
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