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Auf Ein Wort Hans-Peter Gitzler
Adventszeit ist Besuchszeit

Hilden. Kennen Sie das auch? Es klingelt an der Tür, und noch bevor man sich darauf einstellen oder etwas aufräumen konnte, steht der Gast schon in der Wohnung. Es kommt vor, dass es gerade jetzt gar nicht passt.

Aber so ein Überraschungsbesuch kann auch richtig guttun und schön sein. Alles bleibt für eine Weile stehen und liegen. Aus der Küche wird das geholt, was eben gerade da ist. Du kannst nichts vorbereiten oder planen. So ein Besuch lässt dich plötzlich spüren, was das Leben wertvoll und schön macht, und wie wenig dazu nötig ist: menschliche Nähe, einander erzählen, miteinander lachen, zusammensitzen, zuhören, etwas Zeit füreinander haben.

Adventszeit ist seit biblischen Tagen Besuchszeit: Ein Engel besucht Zacharias und kündigt dem alten Mann die entscheidende Wende seines Lebens an. Ein Engel besucht Maria, die über diesen Besuch zunächst sehr erschrocken ist. Und Maria besucht Elisabeth und bleibt viele Wochen bei ihr. Die Hirten machen sich, nachdem ein Engel sie besucht hatte, noch in der Nacht auf und finden voll Freude Jesus, das Kind in der Krippe. Und Zacharias ruft staunend: "Gott hat besucht und erlöst sein Volk."

Zugegeben, dass ein Engel mich schon einmal besucht hätte, wüsste ich nicht zu berichten. Aber manchmal ist ein überraschender Gast wie ein Engel. Dann fällt Freude und Licht in dein Leben, dann tut die Begegnung gut. Leuchtende Augen erzählen manchmal noch nach Tagen davon, dass lieber Besuch da war.

Adventszeit ist Besuchszeit. Besuch hat sich angekündigt: nicht nur Tante Else und Onkel Paul sind unterwegs, sondern hoher Besuch ist auf dem Weg zu uns. Wer da zu uns unterwegs ist, hören wir beim Propheten Jesaja. "Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig." Wie gut zu wissen, dass wir von Gott nicht vergessen sind. Advent heißt Ankunft: Gott kommt zu uns. Die Begegnung mit ihm soll uns nicht unvorbereitet treffen. Das dürfen wir erwarten, dass er uns aufsucht und in unser Leben tritt. Er kommt gewaltig! Nicht gewaltig pompös, nicht mit zerschmetternder Kraft, nicht mit eiserner Faust, sondern mit der gewaltigen Macht seiner Liebe. Gewaltig klein und gewaltig alltäglich! In einem Kind kommt er an, in Bethlehem wird er geboren, klein unscheinbar, fast zu übersehen. In Jesus kommt Gott uns nahe, lässt uns erfahren, wie wertgeachtet, wie geliebt wir sind. Er spricht uns an durch sein Wort und hört uns, wenn wir beten.

Ich wünsche Ihnen viel Vorfreude auf diese Begegnung und dass Sie etwas davon erfahren, dass es guttut, wenn Jesus uns begegnet, weil er Heil und Leben bringt. In diesem Sinne gute Vorbereitungen. Übrigens: Es gibt bestimmt Menschen, die sich über einen Besuch von Ihnen freuen - auch ohne Voranmeldung.

Quelle: RP
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