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Roselies Evang
Ältere Sänger machen ihre Stimmen fit

Roselies Evang: Ältere Sänger machen ihre Stimmen fit
Viele hundert Frauen und Männer singen in den Kantorei-Chören des Kirchenkreise. Unser Archivbild zeigt Aktive der Hildener Kantorei. FOTO: Staschik
Hilden. Der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann bietet am kommenden Samstag in Hilden einen Workshop für die Aktiven der Kantoreien der zehn Kirchengemeinden. Zum Abschluss wird ein Gottesdienst zum Reformationstag gestaltet.

Frau Evang, das Plakat zum Workshop 40+ zeigt eine Papiertüte voller Gemüse, Milch und Obst. Wollen Sie als Kreiskantorin den Sängerinnen und Sängern einen Gesundbrunnen bieten?

Evang Es ist kein Geheimnis, dass auch Chorsänger und -sängerinnen in die Jahre kommen. Und obwohl das regelmäßige Singen in einer Chorgemeinschaft wie alle musikalische Arbeit der Gesundheit äußerst dienlich ist, verändert sich mit der Zeit auch die Stimme. Und das hat in der Summe der Aktiven natürlich Auswirkungen auf den Gesamtklang des Chores.

Wenn Sie jetzt "Fitness für die Stimme" zum Titel des Workshops in Hilden wählen, dann wollen Sie versuchen, die Auswirkungen zu begrenzen?

Evang Genau. Die Chöre in den Kirchengemeinden haben eine wichtige Aufgabe: Sie verhelfen den Gottesdiensten aus dem großen Schatz der "klassischen" Kirchenmusik zu besonderer Atmosphäre und Ausstrahlung. Sie bilden damit auch ein wichtiges Fenster in die außerkirchliche Öffentlichkeit. Und die Attraktivität großer Oratorienkonzerte - etwa das Weihnachtsoratorium - ist ungebrochen. Viele Gründe sprechen also dafür, die stimmlichen Kapazitäten erfahrener ChorsängerInnen so lange wie möglich zu erhalten und die Klangkultur auch der älteren Chöre zu fördern.

Was erwartet die Teilnehmer beim Workshop?

Evang Wenn ältere Stimmen etwas brüchig oder weniger präsize in der Ansprache sind, hängt das auch mit der im Alter nachlassenden Körperspannung und mit Atemtechnik zusammen. Erfahrene Stimmbildner - Andrea Keden, Ewa Stoschek und Andreas Post - werden in den einzelnen Stimmgruppen an stimmspezifischen Problemen arbeiten und durch vielleicht ungewohnte Techniken neue und andere Möglichkeiten aufzeigen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Chorsänger Neugier und Offenheit mitbringen und auch die Bereitschaft, alte Gewohnheiten zu durchbrechen.

Wie läuft der Tag ab?

Evang Wir beginnen um 11 Uhr mit einem geistlichen Impuls durch Superintendent Frank Weber. Anschließend gibt es verschiedene Praxiseinheiten, jeweils mit intensiver Stimmbildung und exemplarischer Probenarbeit an mehrstimmigen Liedsätzen. Unterbrochen werden die Arbeitsphasen durch Mittagessen und Kaffeetrinken. Denn auch der gesellige Aspekt soll nicht zu kurz kommen. Das Tagesprogramm endet mit einem gemeinsamen Gottesdienst zum Reformationsfest um 18 Uhr, Darin sollen die erarbeiteten Stücke als liturgische Bestandteile erklingen. Den Gottesdienst hält der Hildener Pfarrer Ole Hergarten, und die Orgel wird gespielt von Kantor Friedhelm Haverkamp.

Was war Anlass für den Workshop?

Evang Die Aktiven in den Chören haben über Jahrzehnte treue ihre Dienste geleistet. Wir wollen die Sänger stärken und mit dieser Fortbildung auch wertschätzen. Die Frauen und Männer sollen Techniken erlernen, die helfen, das Können und die Erfahrung noch einige Zeit zu erhalten.

Und wie sieht wohl die Zukunft aus?

Evang In den letzten Jahrzehnten hat sich das Freizeitverhalten sehr verändert. Das macht es schwer, junge Leute für ein feste Mitgliedschaft zu gewinnen. Aber es gibt Modelle, über Chorprojekte oder andere Inhalte Interessierte anzusprechen. Wir haben vor, in 2016 mit einem Jugendchor-Projekt ein Angebot auf Kirchenkreisebene zu machen. Das oberste Ziel unserer Arbeit: Es muss sichergestellt werden, dass auch künftig in den Gemeinden gesungen wird.

DIE FRAGEN STELLTE RALF GERAEDTS

Quelle: RP
 
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