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Kreis Mettmann
Als Polizeibeamter in der RAF-Zeit

Kreis Mettmann. Polizeidirektor Dersch geht in den Ruhestand - und erzählt noch mal aus seinem Polizistenleben. Von Christoph Zacharias

Anfang der 70er trug Dieter Dersch noch lange Haare, einen grünen Parka und Levis-Jeans - die "Uniform" seiner Generation. Am 1. Oktober 1973 war Schluss mit lustig: Haare ab, Parka aus, Polizeiuniform an. Jetzt wird der Polizeidirektor, verantwortlich für 440 Polizisten im Kreis Mettmann und fast 62, in den Ruhestand verabschiedet.

"Ich habe die Zeit mitgemacht, als die ,Rote Armee Fraktion' die Bundesrepublik in Angst und Schrecken versetzte." 1976 wurde Dersch zu einem Banküberfall in Essen gerufen. "Die Täter waren gerade aus der Bank raus und auf der Flucht, sie hatten mit Maschinenpistolen sofort beim Betreten des Geldinstitutes geschossen, zwar niemanden verletzt, aber die Angestellten standen unter einem schweren Schock." Die Täter kamen aus dem unmittelbaren Umfeld der RAF. "Nicht ausdenken was passiert wäre, wenn wir eine Minute früher am Tatort erschienen wären."

Er selbst kam wenig später in eine Großkontrolle, ein Polizist mit Maschinenpistole stand ihm gegenüber. "Ich habe ganz ruhig gesprochen und ihm gesagt, dass ich meinen Dienstausweis, Führerschein und Fahrzeugschein in der Geldbörse habe, die sich in der Gesäßtasche befindet. Wenn ich nun in die Tasche greife, sähe er eine Pistole. Er dürfe sich nicht erschrecken." Nach der Kontrolle entspannte sich die Lage. "Wir waren beide mit den Nerven ziemlich am Ende."

In den 90er Jahren musste Dersch bei einer Geiselnahme die Anordnung für den finalen Rettungsschuss (Tötung des Geiselnehmers) fürs SEK unterschreiben. Der Verbrecher konnte aber fliehen. Drei Tage später nahm ein Einsatzkommando den entflohenen Häftling fest. Der Mann mit 38 Jahren Knasterfahrung drohte fortan, Dersch und seine Familie umzubringen. Doch "ich würde heute genauso handeln wie damals", sagt der Polizeidirektor.

Was er sich wünscht? Mehr Respekt vor der Polizei! "Die Brutalität - auch die verbale - ist größer geworden. Darunter leiden viele Polizisten. Sie werden beschimpft, bespuckt, beleidigt und geschlagen."

Quelle: RP
 
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