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Hilden
Alte und neue Nachbarn treffen sich im "Café International"

Hilden. Zahlreiche Gäste konnte das erste "Café International" im historischen Kolpinghaus an der Kirchhofstraße 18 begrüßen. "Wir versuchen, mit dem Café die Flüchtlinge mit den Hildenern zusammen zu bringen und die gegenseitige Scheu voreinander zu nehmen. Außerdem hoffen wir, dass die Flüchtlinge durch die Aktion nicht mehr so isoliert von der Gesellschaft sind", erklärt Jürgen Stagat, Vizevorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Jacobus. Jeden Samstag wird das Café künftig von 14 bis 17 Uhr geöffnet sein. Es bietet neben Kaffee und Kuchen auch Spielzeuge und eine Spielecke für Kinder. 70 Helfer haben bei der Realisation mitgeholfen. Das "Café International" ist auf Initiative der Flüchtlingshilfe des Pfarrgemeinderates entstanden. Von Nicole Kuska

"Neue Nachbarn" heißt die Aktion der katholischen Gemeinde St. Jacobus. Pfarrer Ulrich Hennes hat die Flüchtlingshilfe 2014 mit gegründet. Jetzt ist er Stadtdechant in Düsseldorf. "Alles läuft ohne Probleme weiter", versichert Stagat: "Pfarrer Hennes hat den Anschub gegeben und Peter Schnatenberg führt die Syrienhilfe weiter." Die Syrienhilfe ist ein Familiennachzugsprogramm der Landesregierung. Mehr als hundert Menschen konnte die Flüchtlingshilfe St. Jacobus bereits aus Syrien holen. Ihre Familien waren bereits in Deutschland. Syrische Christen in Hilden hatten die Gemeinde im vergangenen Jahr um Hilfe gebeten.

Für jeden einreisenden Syrer musste ein Bürge gefunden werden, der gegebenenfalls für dessen Lebensunterhalt aufkommt. "Die Bürgschaft wurde bisher noch nie in Anspruch genommen, weil sich die Familien finanziell untereinander helfen", erklärt Peter Stagat: "Im Notfall könnten wir aber auch mit Zuschüssen aus der Flüchtlingshilfe helfen." Das Familiennachzugsprogramm läuft zwar offiziell bis 2016 weiter, jedoch funktioniert es nicht mehr. "Es gibt kaum noch Syrer, die die Voraussetzungen für das Programm erfüllen. Für die Einreise ist eine Referenznummer nötig, die aber nur für einen bestimmten Zeitraum vergeben wurde und deshalb ist es für uns ein Auslaufmodell", erklärt Peter Schnatenberg.

Alan (8) und seine Mutter Maha Anter kommen aus Syrien. "Deutschland gefällt uns sehr gut, aber wir haben auch einige Probleme", erzählt Alan. Ali Abdulrahman aus Syrien gefällt das Konzept des Cafés gut: "Es ist eine gute Gelegenheit, andere Menschen kennen zu lernen und gemeinsam Kaffee zu trinken." An Deutschland gefallen ihm die Menschenrechte und die guten Arbeitsmöglichkeiten.

Quelle: RP
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