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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Ampeln, Lärm und Tempo 30

Hilden. Straßenlärm kann krank machen. Deswegen gibt es Pläne zur Reduzierung des Lärms gerade an Straßen. Die Verwaltung hat nun vorgeschlagen, auf bestimmten Straßen nachts Tempo 30 einzuführen. Von Gökçen Stenzel

Das nützt nur wenig, so lange nicht geblitzt wird. Ein Anwohner der Gerresheimer Straße, für die 30 ebenfalls angedacht ist, sagt, dass der fließende Verkehr am wenigsten stört. Er listet auf, was wirklich stört: "Mobile Diskotheken", also laut gestellte Autoradios bei offenem Fenster, Motorräder mit manipuliertem Auspuff, die laut röhrend ihre Umwelt vergewaltigen. Und anfahrende Autos an Ampeln. Er schlägt vor, die Ampeln im betreffenden Bereich der Straße nachts abzuschalten und ist damit ganz bei der Hildener CDU, die sich ebenfalls Ampeln und ihre Schaltungen vorgenommen hat. Doch hier setzen andere Anwohner an - und warnen eindringlich davor, weitere Ampeln nachts auszuschalten. Sie haben Sicherheitsbedenken und verweisen auf Studien, nach denen mehr Unfälle passieren, wenn Städte nachts Ampeln ausschalten. Außerdem seien bereits die Hälfte der Lichter in der Nacht aus, mehr dürfe man Hilden nicht zumuten.

Dieser Konflikt wird sich nicht lösen lassen. Er ist uralt und flammt immer wieder auf, wenn es um Ruhe versus Sicherheit geht. Tatsächlich muss man sich jede Stelle einzeln ansehen, um zu entscheiden, was dort geht und was nicht. Die Anwohner und deren Erfahrungen dazu zu holen, ist sinnvoll: Es geht schließlich um sie, sie sind die Experten auf dem Gebiet. Zuschriften in dieser Woche an uns zeigen aber auch: Viele Hildener haben es längst aufgegeben, an eine Minderung des Lärms in ihrer Stadt noch zu glauben.

goekcen.stenzel@rheinische-post.de

Quelle: RP
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