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Hilden
Anspruchsvoll und kopflastig

Hilden: Anspruchsvoll und kopflastig
"The shared Oasis of the Gift Shop" (2014) von Matthais Wollgast war Anfang dieses Jahres im Schmela-Haus zu sehen. FOTO: Privat
Hilden. Zwölf künstlerische Positionen hat die Jury der 69. Bergischen Kunstausstellung ausgewählt. Von Michael Tesch

Bereits ein erster Blick auf die Liste der in diesem Jahr zwölf Positionen zeigt, dass "die Bergische" (in direkter Nachbarschaft zu Hilden) diesmal ihrem Anspruch gerecht werden könnte: in der Ausstellung nicht nur junge, sondern auch innovative Kunst vorzustellen.

"Unter 225 Bewerbungen haben wir die spannendsten Ansätze ausgewählt", erzählt die stellvertretende Direktorin des Kunstmuseums, Gisela Elbracht-Iglhaut. Den Besucher wird also keine gefällige, sondern eine recht sperrige Ausstellung erwarten. "Die Bergische in diesem Jahr wird anspruchsvoll und kopflastig", sagt Elbracht-Iglhaut.

Als hervorragendes Beispiel der diesjährigen Ausrichtung steht das Werk des Kunstpreisträgers der National-Bank AG. Der Düsseldorfer Matthias Wollgast erhielt die Auszeichnung für seine Installation "The shared Oasis of the Gift Shop" (2014). Anfang dieses Jahres war die Installation, die eine Zusammenführung mehrerer einzelner Arbeiten des Künstlers ist, im Rahmen des Düsseldorfer Photo Weekend im Schmela-Haus zu sehen.

"Matthias Wollgast thematisiert mit seiner mehrteiligen Installation verschiedene Aspekte der Kunstgeschichte, Theorien des Kunstbegriffes, Fragen nach der Präsentation von Kunst und Überlegungen zu deren Kommerzialisierung", beschreibt Elbracht-Iglhaut das Werk des Meisterschülers von Prof. Markus Lüpertz. Auch das in Köln lebende Künstlerduo "Dan Dryer" - Astrid Piethan und Jörg Koslowski - schafft raumgreifende Installationen. "Die Arbeiten sprechen von Fragmentierung, der Realität und Täuschungen im medialen Wahrnehmungskontext", erklärt Matthias Erntges. Der Solinger Kurator hatte "Dan Dryer" im Raum für Kunst in Oberkassel 2013 eine Ausstellung eingerichtet. Das Werk von "Dan Dryer" zeichnet sich durch eine vielschichtige Arbeitsweise aus. "Bei der Konzentration auf Installationen ist die Arbeit mit Video eines ihrer zentralen künstlerischen Mittel. Die Videoarbeiten beinhalten häufig performative Aspekte, die videografisch mit den Relikten der Performances als Installation inszeniert werden", beschreibt Erntges "Dan Dryer".

Seit 2013 hat Max Schulze einen Lehrauftrag an der Bergischen Universität Wuppertal. Der Maler hat an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert. Er ist Meisterschüler von Prof. Jörg Immendorf. In seiner Malerei untersucht Schulze grundlegende Fragen zur Bildfindung und Wahrnehmung. Wie etwa kann Farbe zur Regulierung der Außenwelt beitragen und wie werden Bilder in der Gesellschaft als Zeichen genutzt? Wie verhalten sich Abstraktion und Figuration zueinander? Schulze gibt Antworten mit seiner Malerei. Sie zu erkennen bleibt die Aufgabe der Betrachter der Werke.

Die Ausstellung wird am 28. August mit der Verleihung des Bergischen Kunstpreises der National-Bank an Matthias Wollgast eröffnet. Sie ist anschließend bis zum 8. November an der Wuppertaler Straße 160 zu sehen.

Quelle: RP
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