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Hilden
"Asse" machen Senioren selbstbewusster

Hilden: "Asse" machen Senioren selbstbewusster
Hildegard Muckel (re) berät Petra Eggerts auf dem Nordmarkt. Das Motto der Berater "Von Senioren für Senioren" kommt immer gut an. FOTO: Ralph Matzerath
Hilden. Das Aktionsbündnis Seniorensicherheit gibt Tipps, wie sich ältere Menschen vor Kriminalität schützen können. Von Malte Prüfer

Im Internet sei sie auf ukrainische Trickbetrüger hereingefallen, berichtet eine Seniorin, die lieber anonym bleiben möchte. Schon ein Klick auf einen falschen Link reichte aus. Ihr Smartphone sei inzwischen zu Ermittlungszwecken beim BKA. Auch sei sie schon beinahe Opfer von Taschendieben geworden, die sich an ihrer Handtasche zu schaffen machten. Nur mit Glück habe sie die Diebe rechtzeitig vertreiben können.

Um Trickdiebstahl, Verkehrssicherheit und Einbruchschutz drehen sich die Themen des Aktionsbündnisses Seniorensicherheit (ASS) bei ihren regelmäßigen Veranstaltungen. Auch gestern waren die "Asse" wieder mit einem Stand auf dem Nordmarkt vertreten und informierten Interessierte, wie sie sich vor Unfällen und Verbrechen schützen können. Zahlreiche Senioren zeigten sich offen für die praktischen Tipps, die sich leicht im Alltag umsetzen lassen.

2006 gründete sich das Bündnis nicht zuletzt auch um "Dunkelfelder aufzuhellen", wie Polizeihauptkommissar Jörg Marsall erklärt. "Viele Senioren leben zurückgezogen und auf ihr häusliches Umfeld beschränkt. Darum zeigen sie sich gegenüber Trickbetrügern häufig kooperativ und werden somit leichter zum Opfer der Straftäter." Marsall unterstützt die "Asse" in ihren Aktivitäten und ist ebenfalls bei den Informationstreffen anwesend. "Nur wenn wir gemeinsam regelmäßig präsent sind, setzen sich die Leute zunehmend mit eventuellen Gefahren auseinander und zeigen sich offen, von uns beraten zu werden." Ähnlich sieht es auch Klaus Franck, der mittlerweile schon seit neun Jahren für die Asse als Berater zur Seite steht: "Die Verbindung zwischen Polizei und älteren Menschen funktioniert wirklich hervorragend" urteilt der 78-Jährige.

Die Hildenerin Petra Eggerts ließ sich beraten. Zwar habe sie persönlich noch keine schlechten Erfahrungen machen müssen, erzählt sie dennoch befolge sie einfache Tricks, die sie vor Unfällen und Verbrechen schützen sollen. "Meine Handtasche", erläutert sie stolz, "trage ich grundsätzlich nie in die Richtung der Straßenseite." Leichtsinn, so ist sie sich außerdem sicher, sei die Hauptursache für viele Verbrechen an Senioren. Das Aktionsbündnis könne hier das Bewusstsein schärfen und Senioren Selbstvertrauen geben, sagt sie. Das sei schon eine gute Sache.

Am wichtigsten, so resümiert die 73-Jährige, sei nämlich ihre Ausstrahlung: "Nur wenn ich mich selbstbewusst zeige, strahle ich aus, dass ich keine hilflose Seniorin bin." Die Ratschläge der Berater helfen ihr dabei anscheinend: "Wer mich beklaut, der kriegt was mit", kündigt sie selbstbewusst an.

Quelle: RP
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