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Hilden
Aufstieg zu den Künstlern am Stadtpark

Hilden. Die Holztreppe hoch zu Henriette Astor ist steil, die Stufen sind schmal. Sie knarzen. "So muss ich immer sportlich bleiben, damit ich auch künftig in mein Atelier komme", sagt die Künstlerin und bietet den besten Stuhl in ihrem Dachkammer-Atelier an. Und dann erzählt sie vom Holunder-Blues-Projekt, von der Malerei und den Installationen. Von Dirk Neubauer

Punktgenau kommt Friedel W. Warhus dazu, mit dem sie viele Bilder gemeinsam malt und Projekte wie die Installation Weiß im Kunstraum des Hildener Südparks konzipiert. "Derzeit arbeiten wir an der nächsten Installation, die in zweieinhalb Jahren zu sehen sein wird." Und schon beginnt ein neues Gespräch über manchmal miteinander verbundene, manchmal aber auch voneinander getrennte Wege. Gestern war der erste "Tag der offenen Ateliers" im Haus Hildener Künstler H6. Zwischen 11 und 18 Uhr informierten die Künstler über sich und ihre Arbeiten.

Die Aktion am ersten und dem kommenden, dem zweiten Advent, hat Tradition. Krämerseelen würden sagen: Ganz klar, die versuchen im Weihnachtsgeschäft ihre Bilder zu verkaufen. Das mag auch eine Rolle spielen - die neun Atelierbewohner sehen die Einladung an alle Bürger noch eine Spur anders. "Wir möchten auf diese Art Danke sagen, der Stadt und ihren Bewohnern, dass wir hier im Haus arbeiten dürfen", erläutert Kirsten Graf. Eigentlich müsste man sich wenigstens einen halben Tag lang Zeit nehmen, um in den Künstlerstuben zu stöbern. Bei Fotografin Judith Michaelis zum Beispiel, die auf der Düsseldorfer Trabrennbahn fotografiert hat. Ein Bild ziert den Rennbahnkrimi von Jan Michaelis. Oder Dieter Heinen, der mit seiner Serie über Golf-Spieler Erfolge feierte und sich nun in sehr dichten Collagen einer Institution der Demokratie angenommen hat: der Tageszeitung.

Sieben von neun Künstlerinnen und Künstlern waren gestern anwesend, boten ihren Gästen Sekt an und Plätzchen und salzige Knabberei. Gibt es keine Eifersüchteleien, untereinander? "Wir sind seit langem hier zusammen. Jeder hat seine Richtung. Nein - wir schätzen die Möglichkeit, dass man sich gegenseitig unterstützen kann", sagt Henriette Astor. Falls jemand aus dem Defilee der Besucher fragt, wird erklärt, was am Rande des Hildener Stadtparks so alles entsteht. So wird in diesem Winter der komplette Skulpturengarten abgeräumt und rundherum erneuert im nächsten Frühjahr eröffnet.

Im größten Raum des unter Denkmalschutz stehenden Hauses ist derweil der Zutritt verboten. Dort arbeitet die Jury, die die Werke für die Winterausstellung aussucht. Bereits am Freitag, 4. Dezember, 16 Uhr wird die Ausstellung eröffnet - im H6, Haus Hildener Künstler.

Quelle: RP
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