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Franz Schnurbusch
Auge in Auge mit dem Bussard

Franz Schnurbusch: Auge in Auge mit dem Bussard
Falkner Franz Schnurbusch nimmt mit seinen Greifvögeln auch an verschiedenen Veranstaltungen teil, wie hier beim Kinder-Ritterfest auf Schloss Burg. FOTO: Stephan Köhlen
Hilden. Franz Schnurbusch ist Falkner seit er 16 Jahre alt ist. Mit seinen Greifvögeln jagt er auf natürliche Weise Kaninchen und Fasane, hilft aber auch bei der Vertreibung von Tauben in Düsseldorf. Auch der Schutz der Vögel ist ihm ein großes Anliegen.

Welche Greifvögel kommen hier bei uns vor?

Franz Schnurbusch Besonders auffällig sind Mäusebussard und Turmfalke. Auch Rotmilan, Habicht und Sperber gibt es. Diese sind aber schwer zu finden, da sie im Wald leben. Außerdem sieht man inzwischen wieder viele Wanderfalken.

Wo kann man die Greifvögel entdecken?

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Schnurbusch Mäusebussarde halten sich oft an Schnellstraßen oder Autobahnen auf. Sie warten auf Mäuse, die in den Böschungen leben. Die Turmfalken stehen meist um die 30 Meter hoch in der Luft und halten über Feldern und Wiesen nach Nahrung Ausschau.

Wie groß werden die Vögel?

Schnurbusch Mäusebussarde erreichen eine Spannweite von bis zu 90 Zentimetern und wiegen 800 bis 900 Gramm. Falken sind kleiner, sie wiegen nur etwa 200 Gramm. Der Rotmilan kann eine Spannweite von 1,60 Meter bis 1,80 Meter erreichen. Bei Greifvögeln sind die Weibchen häufig größer. Es ist aber nicht immer ganz leicht, die Geschlechter zu unterscheiden.

Sind die Greifvögel gefährdet?

Schnurbusch Die Greifvögel sind nicht so sehr betroffen. Sie leben meistens von kleinen Nagetieren, die ausreichend vorhanden sind. Allerdings sind viele Kleinvögel stark bedroht. Der Sperber ernährt sich von ihnen. Wenn man einen Sperber sieht, ist die Umgebung vogelfreundlich. Das ist immer ein gutes Zeichen. Durch die Bewirtschaftung der Landschaft wird die Lage für die Kleinvögel immer schwieriger. Die Grundstücke sollen alle gut aussehen, bieten aber keinen Lebensraum für Vögel.

Gibt es auch für Leute, die keine Vogelexperten sind, einen Weg zu helfen?

Schnurbusch Wer einen Garten hat, kann dort Dornenhecken pflanzen. Die Vögel nisten in den Hecken und sind gut geschützt. Zunächst sollte man aber etwas über die Tiere lernen. Nur mit dem richtigen Wissen kann man sie auch schützen. Die meisten Leute wissen kaum etwas über die Greifvögel in der Umgebung. Das sollte sich ändern.

Haben sich in den letzten Jahren auch wieder Greifvogelarten neu angesiedelt?

Schnurbusch Ja, die Population der Wanderfalken hat sich erholt. Diese Tiere waren bis vor 30 Jahren noch stark gefährdet und es gab nur noch 50 Tiere in Deutschland. Das Insektizid DDT gelangte durch die Nahrungskette bis zu den Wanderfalken. Diese legten dann Eier mit sehr dünnen Schalen, die beim Brüten zerbrachen. Schließlich kam man dahinter und DDT wurde verboten. Zwei Professoren entwickelten ein Verfahren zur systematischen Zucht und es wurden 1000 Wanderfalken ausgesetzt. Jetzt gibt es in Deutschland wieder 6000 Tiere.

Gab es für Sie ein besonderes Erlebnis mit einem Greifvogel?

Schnurbusch Mit 16 arbeitete ich als Waldfacharbeiter. Plötzlich erlegte ein Habicht genau vor mir ein Kaninchen. Ich warf meine Jacke über ihn und war Besitzer dieses Habichts. Ein Falkner in Ratingen bildete mich aus. So bin ich zur Falknerei gekommen.

Welche Aufgaben hat ein Falkner?

Schnurbusch Wir führen die natürlich Selektion weiter. Der Vogel erbeutet nur schwache, langsame Tiere. Die Beute leidet nicht und ist sofort tot. Wir jagen nicht massenweise, sondern in einem natürlichen Ausmaß. Außerdem verjage ich mit meinen Tieren oft Tauben, zum Beispiel am Steigenberger Hotel in Düsseldorf. Meine Vögel kommen alle aus der Zucht, da man natürlich keine wilden Vögel mehr fängt und einsperrt. Es sind unglaublich schlaue Tiere und jedes hat einen eigenen Charakter. Wenn sie gesund bleiben, können sie zwanzig Jahre alt werden. Greifvögel sind wirklich beeindruckend.

ANNEKE SCHULZ STELLTE DIE FRAGEN

Quelle: RP
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