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Hilden
Aus Auto gerettete Welpen bleiben im Tierheim

Hilden: Aus Auto gerettete Welpen bleiben im Tierheim
FOTO: Kürten
Hilden. Die sechs aus dem Kofferraum eines überhitzten Kombi geretteten Welpen werden vorerst im Hildener Tierheim bleiben. Den Halter erwarten gleich mehrere Strafanzeigen. Von Alexandra Rüttgen

Das Kreisveterinäramt entscheidet über das weitere Schicksal der Hunde. "Es ist noch einiges undurchsichtig", sagt  Daniela Hitzemann, Sprecherin des Kreises Mettmann, auf Nachfrage. Daher stehe die Entscheidung noch aus. Weitere Details zu dem laufenden Verfahren will sie nicht nennen. Den Halter, einen 54-jährigen Haaner, erwarte "mindestens eine Ordnungswidrigkeits-Strafe nach Tierschutzgesetz", sagt Hitzemann.

Am Montag hatten mehrere Frauen auf dem Parkplatz nahe des Restaurants "12 Apostel" im Stadtwald die sechs Welpen in einem BMW entdeckt. Der Wagen war offenbar überhitzt, die Tiere wirkten apathisch. Die herbeigerufene Polizei öffnete den Wagen und übergab die Welpen der Tierrettung, die sie ins Hildener Tierheim brachte. Dort kümmerten sich die Helfer intensiv um die Tiere, die mehr als eine Stunde brauchten, um sich wieder zu erholen. Polizei und Kreisveterinäramt warnen angesichts dieses ersten Falls lebensgefährlicher Überhitzung in diesem Jahr Autofahrer davor, Kinder und Tiere bei sommerlichen Temperaturen über längere Zeit im Wagen zu lassen.

FOTO: Kreispolizei Mettmann

Unterdessen kann sich das Tierheim Hilden vor Anfragen kaum retten. Wie der Leiter Thomas Mielke berichtet, steht das Telefon kaum still. Hunderte E-Mails gehen ein, vor dem Eingang bilden sich Schlangen. Teilweise sind auch unschöne Szenen zu beobachten.

Die Welpen sind jedoch nicht an Dritte zu vermitteln; Anfragen - gleich ob persönlich, telefonisch oder per Mail - haben bei den überlasteten Tierheim-Mitarbeitern keinen Zweck. Sie sind an die Weisungen des Kreisveterinäramtes gebunden.

Tierquäler-Fälle in NRW FOTO: dpa, Andrea Warnecke

Den Halter erwarten im Übrigen noch weitere Strafanzeigen, berichtet Polizei-Sprecher Ulrich Löhe. Die Kennzeichen am Kombi stammen von einem anderen Wagen des Halters. Damit gilt das Auto als nicht ordnungsgemäß zugelassen. Der Halter hat sich laut Löhe also auch der Urkundenfälschung, des Kennzeichenmissbrauchs, der Steuerhinterziehung und eines Versicherungsvergehens schuldig gemacht. Die Ermittlungen laufen.

Quelle: RP
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