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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Ausnahmen? Kommen gar nicht in Frage!

Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt: Ausnahmen? Kommen gar nicht in Frage!
FOTO: Ninh
Hilden. Warum ist es eigentlich so schwierig, bürgernah zu sein? Diese Woche lieferte ein wunderbares Beispiel dafür, wie es nicht laufen sollte.

Formal ist alles absolut korrekt abgelaufen. Da fragt eine Anwohnerin per RP-Bürgermonitor, ob es wohl eine Möglichkeit gäbe, kostenfrei an die wunderbaren Laubsäcke zu kommen, die normalerweise einen Euro kosten. Hintergrund ihrer Frage ist, dass sie an einer Straße wohnt, an der viele Bäume stehen, die jetzt nun einmal viel Laub verlieren. Im vorigen Jahr habe sie 20 Säcke zusätzlich zur braunen Tonne gebraucht, berichtet die Dame, die - und das ist wichtig - weder nörgeln noch sich beschweren wollte. Sie argumentierte im Gegenteil ganz vernünftig: Es sei doch leicht nachvollziehbar, wer an laubreichen Straßen wohne, und diesen Anwohnern könne die Stadt doch sicher "auf dem kleinen Dienstweg" ein wenig entgegenkommen. Immerhin seien viele Hildener auch schon älteren Jahrgangs, und dennoch versuchten sie, ihren Pflichten nachzukommen. Sie würden sich sicher mehr wertgeschätzt fühlen, wenn es in Sachen Laubsack ein entgegenkommen gäbe.

Gibt es aber nicht.

Eine Nachfrage ergab, dass die Ein-Euro-Gebühr-Regel für die Laubsäcke keine Ausnahme kennt. So wurde es einst vom Stadtrat beschlossen, so ist es seither in Stein gemeißelt. Das ist - siehe oben - absolut korrekt, auf der formalen Seite allemal. Zugleich ist es schade und Beispiel dafür, wie Chancen auf Mitarbeit und Wohlfühlen in der Stadt vergeben werden. Richtig, es wäre nur eine kleine Geste des guten Willens. Aber wir wissen doch alle, was kleine Gesten bewirken können.

Wir mussten angesichts der Lage der Geschichte vom Laubsack eine Rote Ampel verpassen: Nichts tut sich. Aber vielleicht können die netten Verwaltungsmitarbeiter, die sich in der Sache auskennen, noch einmal in sich gehen. Ja, vielleicht kommen sie doch noch zu dem Schluss, dass Ausnahmen ab sofort zur Regel gehören. Hildegard Scholzen, die Anwohnerin, wäre nicht die einzige, die sich freuen würde.

goekcen.stenzel@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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