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Hilden
Autoschau zeigt Traum in Alu und Carbon

Autoschau und verkaufsoffener Sonntag in Hilden
Autoschau und verkaufsoffener Sonntag in Hilden FOTO: Staschik, Olaf
Hilden. Türen schlagen, Kofferraum zuklappen, seufzen: Viele tausend Hildener bewegten sich so am Wochenende durch die Stadt. Von Dirk Neubauer

Wenn da bloß nicht diese Hemmschwelle wäre! Und damit ist nicht der Preis von 141.674 Euro gemeint. Sondern das, was die Flügeltür als Carbon-Hindernis stehen lässt, wenn sie lautlos nach oben schwingt. Eine Passantin unkt: "Oh Gott, da kommt man vielleicht hinein, aber nie wieder raus." Doch eine echte Interessentin lässt sich nicht entmutigen.

Eine sportliche Frau hebt ein Bein, liftet sich in den straßennahen Schalensitz und zieht das andere Bein hinterher. "Tatsächlich nicht einfach!", sagt sie. "Und wenn es regnet, steht da auch noch das Wasser darauf", sagt ihr Mann, der den BMW i8, ein Hybridfahrzeug mit Benzin- und Elektromotor, schon Probe gefahren ist. Die beiden seufzen und gehen weiter.

Mit 8990 Euro ist der neue Opel "Karl" hingegen ein preisgünstiges und mit vier Türen durchaus komfortables Vernunftauto. Auch das fand seine Liebhaber. FOTO: Staschik, Olaf (ola)

Türen schlagen, Kofferraum klappen, seufzen. Das war der klassische Dreiklang an diesem Wochenende zwischen Warringtonplatz und Mittelstraße. Bei der Hildener Autoschau zeigten 20 Händler rund 200 Fahrzeuge der neuesten Generation. Der Opel Astra und der Skoda Superb Kombi werden zuerst vielen tausend Hildenern und danach der Weltöffentlichkeit bei der IAA in Frankfurt vorgestellt.

Zurück zum teuersten Fahrzeug der gesamten Schau: "Für den BMW i8 interessieren sich Technikbegeisterte und Sportwagen-Enthusiasten", berichtet Peter Finkler von BMW Brandenburg. Und er wäre ein schlechter Autoverkäufer, könnte er nicht alles plausibel erklären: "Die Schwelle ist konstruktionsbedingt, da ja das Auto aus extrem leichtem Carbon gefertigt wird, aber bei 362 PS aus beiden Motoren trotzdem verwindungssteif sein muss." Auch dass die elektrifizierte Rennflunder so weit hinten steht, habe seinen Grund. "Das Auto ist ja ein echter Hingucker. Deshalb arbeiten sich unsere Gäste langsam über die anderen Modelle zu ihm vor."

Gott sei Dank gibt es auch noch das andere Ende im Preisspektrum. 8990 Euro ruft Opel für seinen neuen Stadtflitzer aus. "Karl" heißt der Kleine in himmelblau oder weiß. Verkäufer Andreas Meschkat preist die vier Türen ("Anderswo gibt es für diesen Preis gerade mal zwei"), den 75-PS-Motor, den niedrigen Schadstoffausstoß. "Dadurch wird die Steuer günstig."

Dass die von Waschmaschine und Kühlschrank her bekannten Umweltpfeile dem kleinen Karl gerade mal ein "C" auf die Haube heften, zeigt für Meschkat nur eins: Wie untauglich diese von der EU geforderte Einteilung für Autos ist. Sein Chef Ralf Gierten, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Hildener Autohäuser, hätte sich noch mehr Interesse für die ausgestellten Fahrzeuge gewünscht: "Ob diese Autoschau ein Erfolg war, werden wir erst später sehen. Nämlich dann, wenn die Menschen zu uns ins Autohaus kommen. Hier knüpfen wir meist nur erste Kontakte", urteilt der Fachmann.

Quelle: RP
 
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