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Hilden
Bahnhofsallee: Bäume oder Parkplätze

Hilden: Bahnhofsallee: Bäume oder Parkplätze
Blick auf die Bahnhofsallee: Der Abschnitt vom Bahnhofsvorplatz (oben links) bis zu Benrather Straße (unten rechts) soll 2016/2017 erneuert werden. FOTO: google earth
Hilden. Die Politik muss heute im Stadtentwicklungsausschuss eine Richtungsentscheidung für den geplanten Ausbau treffen. Von Christoph Schmidt

2009 und 2014 ist die Bahnhofsallee bereits in zwei Abschnitten erneuert worden. Jetzt steht die Sanierung des dritten und letzten Abschnitts vom Bahnhofsvorplatz bis zu Benrather Straße an. Dazu hat die Stadtverwaltung drei Varianten erarbeitet und bittet die Ratsfraktionen heute Abend im Stadtentwicklungsausschuss um eine Grundsatzentscheidung, bevor die Entwürfe mit den Anwohnern diskutiert werden sollen.

Stellplätze oder Bäume: Darauf lässt sich die Alternative bei der Straßenmodernisierung zuspitzen. "Wir möchten zuerst die Politik befragen", erläutert Tiefbauamtsleiter Harald Mittmann das ungewöhnliche Vorgehen. "Es wäre fatal, wenn die Bürger ein Votum abgeben, für das es keine politische Akzeptanz gibt. Sonst wecken wir Erwartungen, die wir am Ende nicht erfüllen können." Die Verwaltung schlägt vor, die Variante 3 weiter auszuarbeiten. Sie ist eine Art Kompromiss und versucht, alle Nutzungsansprüche unter einen Hut zu bringen.

Ausgangslage Der S-Bahnhof Hilden wird von vielen Pendlern genutzt und von den Linien 784 und 03 angefahren. Auf der Straße ist eine Busspur markiert. Sie sollte unbedingt erhalten bleiben, sagt Lutz Groll, ÖPNV-Fachmann im Rathaus: "Nur damit kann die angestrebte Pünktlichkeit und damit Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs unterstützt werden." Auch die Rheinbahn macht sich für den Erhalt der Busspur stark. Die Patienten des Ärztehauses Meditower gegenüber dem Bahnhofsgebäude sorgen für viel Parksuch-Verkehr im Bahnhofsviertel. Der Parkplatz des Meditower an der Einmündung zur Benrather Straße reicht nicht aus. In der Vergangenheit konnten motorisierte Besucher auf die Brachflächen am Güterbahnhof ausweichen. Neun der zehn Gewerbegrundstücke sind inzwischen aber verkauft, berichtet Wirtschaftförderer Peter Heinze: "Beim letzten freien Grundstück stehen wir in Verhandlungen." Angefahren wird das kleine Gewerbegebiet ebenfalls über die Bahnhofsallee.

Bäume Im Ausbaubereich stehen auf beiden Seiten 18 Bäume mit großen Kronen: Vier sterben ab und müssen mittelfristig gefällt werden. Vier weitere kümmern vor sich hin, weil ihnen Platz und Lebensraum fehlt. Sie wurden vor 25 Jahren gepflanzt, haben aber nur einen Stammumfang von 40 Zentimetern.

Variante 1 Alle Bäume bleiben stehen. Sieben Stellplätze werden geschaffen, vier weniger als bisher.

Variante 2 Es entstehen 21 Stellplätze, zehn mehr als bisher. Dafür müssen jedoch 14 Bäume gefällt werden. Fünf Neupflanzungen sind geplant. Dadurch könnte der Allee-Charakter der Straße wieder hergestellt werden, glaubt der Tiefbauamtsleiter - "natürlich erst nach einem gewissen Zeitraum".

Variante 3 Die acht verkümmerten Bäume werden gefällt. Dadurch entsteht Platz für 15 Parkplätze, vier mehr als bislang. Sechs neue Bäume werden gepflanzt. Wenn sie in ein spezielles Baumsubstrat gesetzt werden, könnten sie bereits in wenigen Jahren das Aussehen der vorhandenen Bäume erreichen und sogar übertreffen, ist sich Mittmann sicher.

Baukosten Die Kosten werden auf rund 416 000 Euro geschätzt. "Zwischen den Varianten gibt es keine signifikanten Unterschiede", so der Leiter des Tiefbauamtes. Die Grundstückseigentümer müssen sich gemäß Kommunalabgabengesetz finanziell beteiligen. Gebaut werden soll 2016 und 2017. Die notwendigen Mittel hat Kämmerer Heinrich Klausgrete in der Finanzplanung vorgesehen. Nach der Grundsatzentscheidung der Politik sollen die Entwürfe mit den Anwohnern diskutiert werden. Daraus werden Pläne entwickelt, die die Politik am Ende absegnet.

Quelle: RP
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