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Hilden
Bankerin pflückt Mandarinen in Australien

Hilden: Bankerin pflückt Mandarinen in Australien
Ein Jahr unbezahlten Urlaub. "Das Sabbatjahr in Australien hat mich in allen Bereichen bereichert", sagt Larissa Wolter heute im Rückblick: "Persönlich und beruflich." FOTO: Stephan Köhlen
Hilden. Im Jahr 2014 schloss Larissa Wolter ihre Ausbildung bei der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert ab. Danach nutzte sie das Angebot ihres Arbeitgebers, der es seinen Mitarbeitern ermöglicht, sich ein Sabbatjahr zu nehmen, um ins Ausland zu gehen. So beantragte Larissa Wolter ein Jahr unbezahlten Urlaub und flog nach Australien. Von Sandra Grünwald

"Ich wollte schon immer meinen Erfahrungshorizont erweitern", erklärt die 24-Jährige, "neue Menschen und neue Kulturen kennenlernen.

Australien schien ihr genau das richtige Ziel zu sein, denn dort konnte sie gleich auch ihre Sprachkenntnisse aufbessern. "Mein Englisch wurde perfektioniert", erzählt sie lächelnd. Wohl musste sie sich erst an den australischen Akzent gewöhnen, aber dazu hatte sie ja ausreichend Zeit. Zunächst kaufte sie ein Auto, das so umgebaut wurde, dass sie darin schlafen konnte. Mit diesem fahrbaren Untersatz ging es los auf einen großen "Roadtrip" rund um den Kontinent.

Natürlich stand auch der Besuch des berühmten Eyers Rock auf dem Programm. Und gearbeitet wurde ebenfalls. "Auf einer Mandarinenfarm", erzählt Larissa, "aber auch freiwillige Arbeit und in Sidney hatte ich die Möglichkeit, ein Praktikum zu machen, das mich dazu inspiriert hat, hier nebenberuflich mein Bachelor-Studium zu machen." Die Gastfreundschaft der Australier hat sie überwältigt. "Ich habe viele neue Leute kennengelernt und die haben mich sofort zu sich nach Hause eingeladen.

"So eine Jahresreise durch Australien birgt aber auch so manche Gefahren. "Im Westen gibt es hunderte von Kilometern einfach nichts", erzählt Larissa: "Kein Wasser, keine Tankstelle, keine Menschen. Wenn einem da der Reifen platzt, muss man ihn wechseln können." Und genau das ist ihr passiert. Vieles hat die junge Frau aus ihrem Sabbatjahr mitgenommen. "Es hat mich in allen Bereichen bereichert", betont sie, "persönlich und beruflich.

Eine Mandarine esse sie nun viel bewusster, da sie wisse, wieviel Arbeit dahintersteckt. Auch gehe sie viel vorausschauender an die Dinge heran. Ein Sabbatjahr kann sie also nur weiterempfehlen. "Es ist keine verlorene Zeit, man entwickelt sich weiter und macht viele Erfahrungen", sagt sie. Und Sparkassen-Pressesprecher Thomas Besting fügt hinzu: "Es sind Erfahrungen, die ihr fürs ganze Leben bleiben." Die Sparkasse unterstützt diese Ambitionen ihrer Mitarbeiter gern.

"Unsere Personalarbeit ist auf die Menschen fokussiert", sagt Personal-Direktor Ralf Wienold. Durch intensive Umfragen und persönliche Gespräche konnten Mitarbeiterwünsche und -bedürfnisse ermittelt werden, verschiedene Arbeitszeitmodelle wurden entwickelt. "So ein Sabbatjahr bietet sich direkt nach der Ausbildung an, wenn man noch nicht fest eingeplant ist", sagt Wienold. Dazu reicht es, den Wunsch rechtzeitig mit dem Vorgesetzten und der Personalabteilung abzusprechen.

Neben dem Sabbatical haben die Sparkassenmitarbeiter auch die Möglichkeit, Urlaubstage dazuzukaufen. "Im Jahr 2016 haben wir damit angefangen", erzählt Wienold. Damals wurden 262 Tage dazugekauft. Im Jahr 2017 sind es schon weit über 700 Tage. Das flexible Arbeitskonzept sieht Wienold als "Win-Win" an. "Wenn die Leute sich wohlfühlen, arbeiten sie auch gerne." Larissa kann das bestätigen. Sie ist seit ihrer Rückkehr aus Australien als Serviceberaterin und Ausbildungsbeauftragte tätig und hat ein Abendstudium begonnen.

Quelle: RP
 
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