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Hilden
Bauern der Region setzen auf Direkt-Verkauf

Hilden: Bauern der Region setzen auf Direkt-Verkauf
Bauer Rolf Beckershoff von Gut Katers bringt Maschinen und Trecker in Schwung. Er verkauft seine Produkte auf dem Wochenmarkt. FOTO: Achim Blazy
Hilden. Landwirte sprachen jetzt über die Probleme in ihrem Wirtschaftszweig. Von Thomas Peter

Seit der Veröffentlichung der Krefelder Langzeitstudie über das Insektensterben ist die Landwirtschaft vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Doch kann man überhaupt bemessen, ob und wie viel Anteil die Landwirtschaft am Rückgang der Insektenmasse hat? Wie arbeiten moderne Betriebe eigentlich?

Um die Öffentlichkeit aufzuklären und die Spaltung zwischen Bio-Fanatikern auf der einen und industriellen Großbetrieben auf der anderen Seite zu überwinden, sprachen nun die Landwirte Christian Miesen und Henning Dierichs bei einem Bürgerverein über die Probleme. Christian Miesen führt den Familienbetrieb Gut Oben Erdelen in Mettmann. Mit rund 80 Hektar Anbaufläche ist es für NRW-Verhältnisse ein mittelgroßer Betrieb. In vierjähriger Fruchtfolge baut Miesen hauptsächlich Winterweizen an, gefolgt von Wintergerste, Winterraps und einem kleinen Anteil von Kartoffeln. Angesichts weltweiter Konkurrenz und Weltmarktpreisen müsse sich heute jeder Bauer Gedanken machen, wie er seine Produkte vermarktet. So schwankte der Preis für eine Tonne Weizen in den letzten 52 Wochen zwischen 149 und 182 Euro. Landwirt und Agrarberater Henning Dierichs spricht von "ruinösen Preisen", die alle zehn Jahre rund ein Drittel der Betriebe zum Aufhören zwängen.

In der Kreisbauernschaft Mettmann mit ihren 1,7 Millionen Einwohnern gibt es derzeit noch 355 Betriebe, von denen 263 Ackerbau und 90 Rinderhaltung betreiben. Es findet ein Strukturwandel hin zu immer weniger aber größeren Betrieben statt. Die Zahl der Ackerbau- und Milchviehbetriebe ist auch im Kreis Mettmann zwischen 2010 und 2016 um jeweils rund 10 Prozent gesunken. Einfach die Ernte vom Feld direkt zur Genossenschaft zu fahren und den Rohstoffpreis zu kassieren, rentiert sich heute nicht mehr. Die meisten Bauern vermarkten ihre Waren heute in einer Kombination aus Direktverkauf ("Frisch vom Erzeuger"), Veredelung (z.B. eigene Backstube) und Einlagerung zum Zwecke der Preispekulation. Nebenerwerbe wie "Ferien auf dem Bauernhof" werden wichtiger.

Quelle: RP
 
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