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Kreis Mettmann
Bauern werben mit Plakaten um Verständnis

Kreis Mettmann. Nach "Lustich" und "Mief" haben sich die Landwirte mit ihrer neuen Plakataktion das Thema Ökostrom vorgenommen, so der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV). "Erneuerbare Energien sind das neue Stichwort", betont Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann, stellvertretend für die rheinischen Landwirte.

Nach Angaben des RLV ist die Landwirtschaft schon lange ein Stromerzeuger, sei es durch Biogasanlagen, Windparks oder Solarzellen auf den Dächern. In Deutschland würden mehr als 2,3 Millionen Hektar Anbaufläche mit nachwachsenden Rohstoffen bestellt, die dann zum Beispiel in Biogasanlagen oder für die Herstellung von Biodiesel verwendet werden. 33 Prozent des Stroms und 10 Prozent der Wärme stammten bereits aus Erneuerbaren Energien. Mit Biomasse, Holz und Gülle stünden den Landwirten viele wichtige Energieträger zur Verfügung. "Mehr Öko geht nicht", so Dahlmann.

Mit den Kampagnen werben die Bauern der Region letztlich für mehr Verständnis: Oft stören ihre Einsätze auf Wiesen und Äckern die Anwohner, die sich dann beschweren. So am Wochenende geschehen in Monheim. Dort hat der Pferdestall-Betreiber Volker Höltgen die Flächen rund um Gut Blee düngen lassen, sehr zum Missfallen zum Beispiel dieses Ehepaares: "Doch dann kam diese Geruchswolke. So einen heftigen und langanhaltenden Güllegestank haben wir in all den Jahrzehnten, seit wir hier wohnen, nicht erlebt", sagt Ute Radenbach. Mit ihrem Mann Dieter steht sie im Garten ihres Hauses an der Robert-Koch-Straße im Monheimer Süden. "Das ist der Acker, von dem der Gestank herkam", sagt sie und zeigt auf die an den Garten angrenzende Flur. "An einen Aufenthalt auf der Terrasse war nicht zu denken, ausgerechnet am ersten schönen Frühlingswochenende." Nicht nur den Radenbachs stinkt die Aktion. Dieter Keller, der zwei Häuser weiter wohnt, seufzt: "Es roch so streng, dass man bei offenem Fenster nicht schlafen konnte."

Beim städtischen Ordnungsamt ging am Montag überdies eine Beschwerde aus Baumberg ein. "Der Bürger beklagte sich, vor lauter Gestank alle Fenster geschlossen halten zu müssen", sagt Amtsleiter Werner Holtermann. Genau dieses Wetter brauchen die Landwirte aber: Es muss trocken sein, so Höltgen.

Das aktuelle Plakat zum Ökostrom hängt ab heute in den Bahnhöfen Köln und Düsseldorf sowie an 100 wichtigen Straßen im gesamten Rheinland.

(RP/gut)
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