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Hilden/Haan
Baum verfehlt Bruchermühle nur knapp

Winter im März - Schnee in Hilden
Winter im März - Schnee in Hilden FOTO: Staschik, Olaf
Hilden/Haan. Nach Schneefällen war die Haaner Feuerwehr im Dauereinsatz. In Hilden war die Lage dagegen ruhig. Von Gökçen Stenzel

Die Haaner Feuerwehr war am Montag seit den frühen Morgenstunden im Dauereinsatz. Die Wehrleute mussten zu mehreren umgestürzten Bäumen im Stadtgebiet, die dem Schnee und der Nässe nicht standhielten, Straßen und Kreuzungen wurden gesperrt, was die Staus rund um Gruiten zusätzlich verlängerte. "Teilweise galt es, nur ein paar Äste abzusägen", sagte Feuerwehr-Chef Carsten Schlipköter, "teils waren aber ganze Bäume umgestürzt." Wie an der Straße Ellscheid, die weiträumig abgesperrt werden musste oder an der Brucher Mühle.

Die große Buche dort verfehlte die Brucher Mühle um wenige Meter "und hätte uns gut unter sich begraben können", wie Besitzer Gero Legner berichtet. Kurz zuvor hatten seine Frau und er an der Stelle noch Schnee geschippt. "Ich sage seit vier Jahren, dass die Bäume hier nicht verkehrssicher sind!" Die Buche hatte eine etwa zehn Meter große Krone, geschätztes Gewicht: zehn Tonnen. Sie wurde komplett entwurzelt und zog einen Teil des Hangs mit sich auf den Fußweg unterhalb der Mühle. Sechs Feuerwehrleute waren dort, konnten aber nicht sofort eingreifen: viel zu gefährlich. "Wir mussten auf das RWE und den Bauhof warten", berichtete Schlipköter am Mittag. "Es bestand die Gefahr, dass der Hand weiter abrutscht." Genau vor dieser Gefahr warnt Legner seit langem; der 45-Jährige war gestern entsprechend aufgebracht. Er hatte den Weg, auf den der Baum nun gefallen ist, vor Jahren gesperrt. Er wäre als Eigentümer für die Verkehrssicherung zuständig, die er aber nicht gewährleisten kann, "denn die Bäume darf ich nicht fällen". Er malt ein düsteres Bild - "erst wenn hier einer stirbt, passiert etwas" - und hofft auf neue Gespräche mit der Stadt. Im ganzen Ittertal sind gestern Vormittag vier Bäume umgestürzt.

Der geschätzt zehn Tonnen schwere Baum verfehlt die Bruchermühle, reißt die Telefonkabel ab und trifft die Stomleitung. Der Verkehr auf den Straßen in Hilden und Haan kam zum Stillstand. FOTO: Staschik

Bis zum Mittag gab es einen Verletzten in Haan. Der Mann stürzte an einer Bushaltestelle und verletzte sich am Kopf so schwer, dass er behandelt werden musste. Zu den zahlreichen Autounfällen wurde die Feuerwehr nicht hinzugerufen.

Insgesamt ereigneten sich bis zum Einsetzen des Tauwetters am Mittag rund 49 Unfälle im ganzen Kreisgebiet, zumeist mit Blechschäden. Auch in Hilden "knallte" es an der ein oder anderen Ecke, insgesamt war die Lage laut Polizeichef Uwe Bätjer aber nicht vergleichbar mit der in Haan. Innerhalb der Hildener Innenstadt ging es nur im Schritt-Tempo vorwärts, vor allem die Zufahrten Richtung Autobahn waren dicht, weil teilweise auf der A 46 nichts mehr ging. Am heftigsten vom Wintereinbruch betroffen waren im Kreis Mettmann die Städte Haan, Erkrath und Mettmann. Dort kam zwischen 8 und 11 Uhr der Verkehr zum Erliegen.

Quelle: RP
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