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Hilden
Baustraße im Dezember fertig?

Hilden: Baustraße im Dezember fertig?
Blick in die Baustraße, die ihrem Namen alle Ehre macht. Anwohner sehnen sich ein Ende der seit zwei Jahren andauernden Bauarbeiten herbei. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Seit fast zwei Jahren wird auf der Baustraße gebaut. Erst wurden die Telefonleitungen erneuert, dann alle Versorgungsleitungen und Kanäle. Im Dezember soll alles fertig sein, sagt die Stadt. Anwohner sind aber skeptisch. Von Ralf Geraedts

Von der Lindenstraße bis etwa in Höhe Hausnummer 50 und von der Forstbachstraße aus bis in Höhe Hausnummer 94 sind die Bürgersteige fertig, die Fahrbahn ist asphaltiert und zum Teil schon neu markiert. Der Rest der Baustraße ist noch Baustelle. Als nächstes wird der Gehweg auf der Südseite fertiggestellt und im Anschluss auch die zweite Hälfte der Fahrbahnbereiche erneuert. Im Dezember will das Tiefbauamt Hildens Riesen-Bauprojekt abgeschlossen haben. "Da sind wir ganz zuversichtlich", sagt Amtsleiter Harald Mittmann. "Wenn aber am 1. Dezember minus zehn Grad sind und die Kälte andauert, dann wird es 2016 nichts mehr", weist er auf ein letztes Wetter-Risiko hin.

Anwohner der Baustraße sind da noch skeptisch. Silvio Mohr erinnert sich an ein Schreiben der Stadt, in dem Januar 2017 als Fertigstellungstermin stand. "Aber wir können ja eh nichts ändern", fügt er sich in sein Schicksal und das seiner Nachbarn. Was der Anwohner aber lobt, ist die Kooperation der Baufirma mit den Anwohnern. Wenn Zufahrtsmöglichkeiten zu Grundstücken unterbrochen werden müssten, werde dies immer rechtzeitig angekündigt. Auch Georg Lampen, der im Sommer per Bürgerantrag erreicht hatte, dass per Satzung erhöhte Anliegerbeiträge nicht in Bereichen mit bereits begonnenen Baustellen angewendet werden, begrüßt das Miteinander mit den Arbeitern. "Steht mal ein Bagger im Weg, wird der sofort zur Seite gefahren." Die Belastung durch die lange Bauzeit sei "arg". "Bis vor einigen Wochen hätten wir nicht geglaubt, dass die hier noch in 2016 fertig werden könnten." Jetzt aber keimt Hoffnung auf.

Über ein Detail der Bauausführung wundern sich die Anlieger: Zwischen den Häusern 41/43 und 48/50 gibt es eine Fahrbahnverengung, an die die Gehwege herangeführt werden. "Es wird eine Art Zebrastreifen und entspricht der beschlossenen Planung", erklärt Mittmann. "Fußgänger haben dort eine bessere Sicht auf den Verkehr." Früher sei die Sicht zum Überqueren der Fahrbahn wegen der längs parkenden Fahrzeuge eingeschränkt gewesen. Ein Verkehrshindernis sieht Mittmann in der Engstelle nicht. Bei gedrosseltem Tempo sei ein Begegnungsverkehr möglich.

Eine Sorge kann der Tiefbauamtsleiter den Bürgern nehmen. Sicher habe es in den vergangenen Jahren deutliche Baupreissteigerungen gegeben. Allerdings enthalte der Bauvertrag keine Preisgleitklausel. Insofern blieben die vor zwei Jahren vereinbarten Summen weiter gültig. Also veränderten sich auch die Anliegerbeiträge nicht, stellt Mittmann klar.

Wolfgang Kesseler, Inhaber von Knaacks Büdchen am Lindenplatz, sehnt das Ende der Bauzeit herbei. "Die Dauerbaustelle merken wir schon deutlich bei den Umsätzen", sagt er. Viele seiner Kunden seien über die Baustraße zum Lindenplatz gekommen. Seit zwei Jahren aber müssten sie eine Umleitung fahren. "Wer erst einmal auf einem anderen Weg ist, der kommt nicht mehr für einen Kaffee oder ein Brötchen zurück."

Quelle: RP
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