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Hilden
Beete und Bastler brauchen mehr Bürger

Hilden. Die Initiative "Hilden im Wandel" will trotz mauer Resonanz nicht aufgeben. Eine erste Bilanz. Von Lars Mader

Vor drei Jahren fanden sich einige Bürger zur Initiative "Hilden im Wandel" zusammen, um gemeinsam im Ort solche Fertigkeiten zu probieren, welche zukünftige Herausforderungen meistern lassen. Denn in der Welt von morgen geht das Erdöl zur Neige; jener schwarze Kraftsaft, dem wir heute unsere Mobilität, Wärme und die praktischen, allzweckgenutzten Kunststoffe verdanken. Bald braucht es zum Ersatz neue Energien, andere Rohstoffe und eine Rückbesinnung auf Lebensweisen, die durch den zeitgeistigen Konsumtrubel vergessen sind.

Im Weiterbildungszentrum "Altes Helmholtz" zog der Biologe Axel Schmitz für die Initiative nun eine Bilanz und bot Ausblick auf machbare Projekte. Zunächst klang seine Rückschau ein wenig verhalten: "Es ist schwierig, Menschen zu finden, die sich für diesen Wandel engagieren." So seien die bislang monatlichen Treffen der Gruppe wegen fehlender Beteiligung inzwischen eingestellt worden.

Und doch konnte der seit zehn Jahren in Hilden lebende Biologe auch von ermutigenden Erfolgen einiger Projekte berichteten. Eines davon sei die "Essbare Stadt". Dazu entstand im Sommer 2013 ein erstes Bürgerbeet in der Nähe des Bahnhofs an der Poststraße, Ecke Feldstraße. Dort hat die Stadt der Initiative einen ehemaligen Sandspielplatz zur Umnutzung überlassen und auch eine Lasterladung guter Pflanzerde anliefern lassen. Aktuell gibt es dort, für alle Bürger frei verfügbar, Walderdbeeren und zahlreiche Kräuter zu ernten wie Estragon, Liebstöckel, Oregano, Lorbeer, Zitronenmelisse und die weniger bekannte Weinraute.

Nur fünfzig Meter weiter entstand wenig später das zweite Bürgerbeet in zwei Betonkübeln, wo gerade Tomaten, Stangenbohnen, Kohlrabi und Erdbeeren heranreifen. Grundsätzlich wäre die Etablierung weiterer Bürgerbeete denkbar, erläuterte Schmitz: "Die Bereitschaft der Stadt zur Unterstützung wäre da, aber wir können derzeit nicht mehr Beete anlegen, weil wir nicht ausreichend viele Leute haben, um diese zu pflegen." Zwei kleinere Beete an der Marie-Colinet-Straße und Mozartstraße, die einfach keinen Ernteertrag bringen wollten, sollen nun in Ruhe zu Insekten-Oasen wachsen. Dort haben sich bereits jetzt die in der Stadt seltene, bei Käfern aber beliebte Pastinake, Wilde Möhre und Klatschmohn angesiedelt.

Seit September 2015 können Hildener im Reparatur-Treff kleine Elektrogeräte aus Haushalt und Unterhaltung oder auch mechanische Apparate reparieren lassen, anstatt sie gleich wegzuwerfen, schwärmte Schmitz: "Das ist eine ganz prima Sache, die ich auch selber nutze und die sehr gut funktioniert." Einen Mangel an Bastlern gibt es nicht, nur könnte die Kundenzahl höher sein. Der Reparatur-Treff ist am heutigen Mittwoch von 16 bis 18 Uhr im Jugendhaus, Eisengasse 4, geöffnet. Ein weiterer Reparatur-Treff wird dienstags von 17 bis 19 Uhr und an jedem dritten Mittwoch von 16 bis 18 Uhr am Martin-Luther-Weg 1 angeboten.

www.reparatur-treff-hilden.de

Quelle: RP
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