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Auf Ein Wort Nicole Hagemann
Bemerkenswerte Talente

Hilden. Makkabiade - der Titel der internationalen Wettkämpfe, zu denen jüdische Sportverbände ihre Talente schicken. Dass die Veranstalter den Mut und die Entschlossenheit hatten, sie 2015 in Berlin auszutragen, ist mehr als eine Bemerkung wert.

Es ist also möglich, dass gelebte Kultur über erlebte Geschichte siegt. Zwar unter großen Sicherheitsvorkehrungen, aber die sind wir bei Sportveranstaltungen längst gewohnt, auch ohne internationale Teilnehmerschaft. Es ist also möglich, dass Talente gemessen und Spaß und Freude an sportlicher Gemeinschaft gefeiert werden und trotzdem ein Bewusstsein entsteht, dass dies nicht selbstverständlich war und wahrscheinlich auch nicht ist. Bemerkenswert ist auch, dass ein Blick in den Ablauf genügt, um zu sehen, dass diese Wettkämpfe in das religiöse Leben integriert wurden. Denn der einzige Rekord, der ab heute Abend bis Samstag zu erwarten ist, ist die Teilnehmerzahl an der Schabbatfeier. Es ist also möglich, dass Sport und Religion sich begegnen und nicht konkurrieren. Dabei ist das eigentlich nicht überraschend, denn viele Werte von Sport und Religion sind deckungsgleich: neben dem gemeinschaftlichen Agieren geht es um Fairness. Es geht weniger um die Frage woher man kommt, sondern um das, was man gemeinsam erlebt. Dass die Stadiongesänge dabei oft Choralcharakter haben sei nur nebenbei bemerkt. Das eigene Talent nicht unter den Scheffel zu stellen, sondern eigene Ziele sichtbar machen. Nicht nur für Sportler ist das aktiver Dank an den Schöpfer, der das Talent in die Wiege legte und es sichtbar werden ließ.

Apropos Talente: Der vorgeschlagene Predigttext für Sonntag handelt auch vom Umgang mit Talenten. Vielleicht sehen wir uns.

Quelle: RP
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