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Hilden
Bezirksreiniger startet zur letzten Tour

Hilden: Bezirksreiniger startet zur letzten Tour
So kennen ihn die Bürger: Willi Leppin mit seinem kleinen Müllfahrzeug, mit dem er im Hildener Süden unterwegs ist. FOTO: S. Köhlen
Hilden. Voll des Lobes sind RP-Leser über die Arbeit von Wilfried "Willi" Leppin. Der geht am Montag in den Ruhestand. Von Alexandra Rüttgen

Willi Leppin - eine Berühmtheit? "Nee, brauch ich nicht", sagt er und winkt ab. Dabei hat der Bezirksreiniger der Stadt Hilden einen gewissen Bekanntheitsgrad schon erreicht. "Die Menschen kommen auf mich zu, jeder kennt einen", gibt er zu. Und offenbar ist er bei den Hildenern sehr beliebt.

"Ich sehe immer mal wieder einen Herrn bei der Müllabfuhr, der mit einem kleineren Fahrzeug durch den Hildener Süden fährt und per Handarbeit Müll einsammelt oder auffegt. Dabei ist er meist gut gelaunt. Er führt diese Tätigkeit verlässlich und konsequent durch. Damit ist er ein Segen für die Stadt Hilden und das Stadtbild", schrieb jetzt Leserin Maria Mrotzek in einer E-Mail an die RP-Redaktion.

Andere sehen das genauso. Leppins Chef - Ulrich Hanke, Leiter des städtischen Bauhofs - fischt den Ausdruck einer weiteren E-Mail aus seinen Akten. Darin bedankt sich eine Bürgerin am 8. August bei einem Mitarbeiter "mit weißem Haar, den ich hier schon mehrfach beobachtet habe und der mit viel Einsatz bei der Sache ist" - Willi Leppin.

Hanke freut sich. "Es ist nicht das erste Mal, dass Willi Leppin in der Bürgerschaft positiven Anklang gefunden hat", sagt er. Auch die anderen Mitarbeiter seien sehr engagiert. "Umso heftiger ist der Verlust", fügt er hinzu. Denn Wilfried "Willi" Leppin geht am 11. September in den Ruhestand.

"63 Jahre und ein paar Monate" ist er jetzt alt, sagt Leppin, während er mit seinem kleinen, orangefarbenen Fahrzeug zum Spielplatz am Eichelkamp rumpelt. Nach 17 Jahren bei der Müllabfuhr wechselte er vor zwei Jahren zur Stadtreinigung. Seither ist er als einer von vier Bezirksreinigern für den Hildener Süden zuständig. Um 7 Uhr beginnt sein Dienst. Dann fährt er als erstes die Haltestellen an. "Da erzählt man auch mal mit den Leuten", sagt er. Die Älteren, die berichten gerne mal von ihren Krankheiten. "Und dann beruhigt man sie und sagt, ist ja nicht so schlimm."

Weiter führt ihn seine tagtägliche Tour zu Spielplätzen, Grünstreifen und Verkehrsinseln. Müll aufsammeln, fegen, Laub wegpusten. Ob er sich schon mal geekelt hat? "Nee, das Zeug muss ja weg, es muss ja sauber sein", sagt Leppin. "Ich bin da sehr penibel mit der Sauberkeit, auch zu Hause." Auch seine inzwischen erwachsenen Kinder habe er so erzogen. "Da war ich eigentlich sehr streng in sowas. Ich mag es überhaupt nicht, wenn's schmutzig ist." 90 Prozent der Menschen, denen er begegne, seien sehr nett. "Aber es gibt auch Schnösel", sagt Leppin. Das sind Meckerer, denen man nichts recht machen könne. "Aber ich streite mich doch nicht mit irgendwem. Ich ignorier' das", sagt Leppin. Und wenn Vandalen auf Spielplätzen Flaschen zertrümmern oder Mülleimer auskippen - ist er dann nicht wütend? "Wütend war ich am Anfang. Das habe ich mir abgewöhnt. Bringt nichts." Sein Blick fällt vom Fahrersitz aus auf die Papierkörbe am Lindenplatz. "Heute morgen habe ich da sauber gemacht. Und jetzt sind sie wieder randvoll", sagt er.

So geht die Arbeit nicht aus. Seine Hände sind immer in Bewegung. Wie wird er da den Ruhestand meistern? "Ich glaub' schon, ich pack' das", sagt er. Er freut sich auf ausgedehnte Spaziergänge mit seiner Frau Christiane, aufs Fahrradfahren und Schwimmen, außerdem tanzen beide sehr gerne. 43 Jahre sind er und seine Frau nun schon verheiratet. "Man muss immer offen sein, gute Laune haben", sagt Willi Leppin. Das klingt nach einem guten Rezept: für die Ehe, die Arbeit - und den Ruhestand.

Quelle: RP
 
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