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Entdeckt
Bisam ist am Hoxbach eingezogen

Entdeckt: Bisam ist am Hoxbach eingezogen
Hilden. Karl-Heinz Sieger staunte nicht schlecht. Das Vorstandsmitglied des Bürgervereins Hilden-Meide war am Mittwoch unterwegs, um für die neueste Ausgabe des Vereinsmagazins "Meider Randnotizen" Fotos zu machen. Plötzlich fiel ihm ein Tier ins Auge, das friedlich im Hoxbach saß und Blätter fraß. "Das war genau zwischen der Elbschule und der neu entstehenden Flüchtlingsunterkunft", erläutert Sieger. Daher war seine Aufmerksamkeit besonders groß. War es eine Ratte? Doch das Tier, das da vor ihm saß und in aller Seelenruhe Grünzeug knabberte, war viel größer. "Ein Yorkshire-Terrier ist dagegen gerade mal eine Handvoll." Wie er später hörte, haben vor ihm auch schon andere diese Tiere am Hoxbach gesehen.

Vor allem der so typische Schwanz macht es einfach, Bisams zu identifizieren. Das sagt Dr. Wolfgang Gettmann, ehemaliger Leiter des Aquazoos und Herrchen von Otter "Nemo". Anhand des Bildes von Karl-Heinz Sieger ist er sicher: "Das ist ein Bisam." Dabei handelt es sich um einen so genannten Neozoen, eine eingeschleppte oder eingewanderte Art. Ursprünglich waren Bisams in Nordamerika heimisch. Wegen ihres schönen Pelzes wurden sie Anfang des 20. Jahrhunderts nach Europa eingeführt. Im Laufe der Jahrzehnte breiteten sich ausgewilderte und geflohene Tiere langsam aus. Weil sie Burgen anlegen und dazu Röhren bauen, sind sie in der Nähe von Deichen und Dämmen nicht gerne gesehen.

Am Hildener Hoxbach können sie jedoch keinen Schaden anrichten, sagt Gettmann, und auch ein Gesundheitsrisiko bestehe nicht. "Es besteht kein Handlungsbedarf für irgendwelche aktionistischen Bekämpfungsaktionen." Auch der Leiter des Ordnungsamtes, Michael Siebert, sieht keine Gefahr: "Das ist ein tolles Naturereignis. Das ist alles, nur kein gesundheitsgefährdendes Tier. Wir sehen keinen Grund, etwas zu tun." Bisams sind reine Pflanzenfresser. Sie mit dem falschen Begriff "Bisamratten" in die Nähe zu Ratten zu rücken, täte den Tieren Unrecht. Sie stehen den Wühlmäusen näher als den Ratten.

(arue)
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