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Kreis Mettmann
Blutspendedienst schlägt Alarm

Kreis Mettmann: Blutspendedienst schlägt Alarm
Das Rote Kreuz wird in den nächsten Tagen wieder verstärkt um Spender werben, um die Versorgungslücken zu schließen. Weitere Blutspendetermine sind demnächst auch in Hilden und Haan. FOTO: DRK
Kreis Mettmann. Experten warnen: Der Vorrat an Blutkonserven für seltene Blutgruppen ist dramatisch geschrumpft. Von Wolfgang Schneider

Manchmal geht es um Minuten: Wenn nur noch die lebensrettende Operation einem Unfallopfer helfen kann, dann müssen dringend Blutkonserven her. Doch es sind nicht nur diese dramatischen medizinischen Eingriffe, bei denen Mediziner und letztlich auch Patienten auf die Konserven aus der Breitscheider Blutspendezentrale des Deutschen Roten Kreuzes angewiesen sind - auch bei Krebstherapien oder Herzuntersuchungen ist das oft nötig. Im Sommer werden die Konserven traditionell knapp, doch in diesem Jahr ist es besonders schlimm. Die Fußball-Europameisterschaft, Sommerferien, Olympische Spiele oder die Hitzewelle - die Gründe für den Blutspendeschwund sind vor allem in diesem Jahr vielfältig. "Der Blutkonservenbestand für bestimmte Blutgruppen ist so stark geschrumpft, dass der Blutspendedienst nicht mehr täglich die notwendige Anzahl an Blutkonserven an die Krankenhäuser abgeben kann", warnt Dr. Thomas Zeiler, der medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienst West, zu dessen Bezirk auch Hilden und Haan gehören und der Krankenhäuser in der ganzen Region versorgt. Besonders betroffen seien in diesem Jahr die Rhesus negativen Blutgruppen und 0 positiv.

3500 Konserven sind jeden Tag nötig, um den Bedarf zu decken. Jetzt mag man argumentieren, dass der Sommer und das Loch bei den Spendern nicht überraschend kommt: "Stimmt", sagt Stephan Küpper, Pressesprecher des Blutspendedienstes: "Aber wir haben das Problem, dass wir keinen Vorrat anlegen können. Ein Thrombozytenpräparat ist nur maximal fünf Tage haltbar, dann muss es beim Patienten sein." Deshalb wird das DRK in den nächsten Tagen wieder verstärkt um Spender werben, um die Versorgungslücken zu schließen. "Mit einer einzigen Spende kann bis zu drei Patienten geholfen werden", berichtet Küpper, der häufig mit einer Frage von potenziellen Spendern konfrontiert wird: Wer darf eigentlich spenden? "Blut spenden kann jeder ab 18. Jahren, Neuspender bis zum 68. Geburtstag."

Männer dürfen sechs Mal und Frauen vier Mal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. "Zwischen zwei Blutspenden müssen 56 Tage liegen", erklärt der Pressesprecher. Wer spenden will, sollte immer einen gültigen Personalausweis dabei haben.

Um noch mehr Menschen über dieses Thema zu informieren, können sich potenzielle Blutspender unter einer kostenlosen Telefonnummer informieren, wie Küpper berichtet: "Unter 0800/11 949 11 werden montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr alle Fragen beantwortet."

Quelle: RP
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