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Hilden/Haan
Brexit: Städtepartnerschaften bleiben davon unberührt

Hilden/Haan: Brexit: Städtepartnerschaften bleiben davon unberührt
Die Städtepartnerschaften sollen weiterhin bestehen bleiben. FOTO: Wolfgang Kumm
Hilden/Haan. Warrington und Berwick-upon-Tweed sind die englischen Partnerstädte von Hilden und Haan. In beiden gab es Mehrheiten für einen EU-Austritt. Von Ralf Geraedts und Christoph Schmidt

"Jetzt ist es absolut wichtig, dass die anderen Länder die Einigkeit der EU zeigen", sagte Fritz Köhler, Vorsitzender der Europa-Union Haan, der die Brexit-Entscheidung "sehr enttäuschend" fand. Folgen für die seit 1982 bestehende Städtepartnerschaft befürchtet Köhler indes nicht. "Das war immer schon schwierig", stellt der langjährige Kulturamtsleiter fest. Die Europäische Union habe letztlich auch zu über 70 Jahren Frieden beigetragen, betont er. In Northumberland, wo Haans Partnerstadt Berwick-upon-Tweed als nördlichste Stadt Englands liegt, votierten 54,11 Prozent der Wähler für einen EU-Austritt. Nur wenige Kilometer weiter nördlich, in den Scottish Borders lag der Anteil der EU-Gegner dagegen bei nur bei 41 Prozent. Auch die Wähler in Hildens Partnerstadt Warrington sind mit gut 54 Prozent für einen Brexit.

Die Partnerschaft mit Warrington sei ohnehin in einer schwierigen Situation, sagt Hildens Bürgermeisterin Birgit Alkenings: "Warrington hat nur sehr wenig Geld zur Verfügung. Der Staat hat den Gesamtetat der Gemeinde um mehr als 33 Prozent zusammengestrichen. Deshalb sind die Kontakte von offizieller Seite sehr zurückgefahren worden." In diesem Jahr waren nur drei Begegnungen geplant. Vom 22. bis 29. Oktober hat die Musikschule das "Warrington & District Youth Orchestra" zu Gast. Für solche Begegnun- gen gab es bisher EU-Gelder. Ob das auch nach dem Aus- tritt der Briten noch so sein wird - wer weiß.

Brexit: Bestürzung und Jubel nach dem Votum FOTO: dpa

Die seit mehr als 50 Jahren bestehende Partnerschaft aufgeben will die Bürgermeisterin aber auf keinen Fall: "Jetzt erst recht nicht." Nina Ressle ist in Deutschland und in Groß- britannien zu Hause: Vater Bayer, Mutter Engländern. Sie hat in Buckingham in der Nähe von Oxford studiert, an der Londoner Börse gearbeitet. Heute ist die 44-jährige Hildenerin Geschäftsführerin der Ressle Spedition: "Der Brexit ist ein Paukenschlag." Welche Folgen der Austritt der Briten haben wird, ist für die Unternehmerin noch gar nicht abzusehen: "Entscheidend für uns Spediteure ist, ob sich dadurch die Mengen des Handels zwischen Great Britain und Deutschland/der EU ändern."

"Für uns ist der Brexit erst einmal gut", merkt Piet Küppers, Geschäftsführer des Vereins Interaktiv Reisen an. Denn durch den Absturz des Pfundes um mehr als 20 Prozent spart der Verein - Veranstalter von Sprachreisen nach Torquay - richtig viel Geld. An den Reiseformalitäten ändere der Austritt wohl kaum etwas. "Großbritannien gehört nicht dem Schengen-Raum an; da brauchten wir eh immer unsere Ausweise."

Quelle: RP
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