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Hilden
Bruchhauser Kamp: So geht es weiter

Hilden. Der Stadtrat hat die Offenlage der Pläne für fünf Sozialwohnungen auf dem Spielplatzgelände beschlossen. Von Christoph Schmidt

In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Stadtrat mit der Mehrheit von SPD, CDU und Grünen beschlossen, die Pläne für das Grundstück Am Bruchhauser Kamp 4a offenzulegen. Der Spielplatz dort soll aufgegeben werden. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft WGH will an seiner Stelle fünf Sozialwohnungen bauen. Dafür muss der Bebauungsplan geändert werden. Die RP klärt die wichtigsten Fragen.

Was bedeutet Offenlage? Sie ist Teil des gesetzlich vorgeschriebenen Bebauungsplan-Verfahrens. Die Pläne sind so weit gediehen, dass sie im Planungsamt öffentlich ausgelegt werden können: vom 1. August bis 9. September. Bürgermeisterin Birgit Alkenings hat die Offenlage von vier auf sechs Wochen verlängert, weil knapp drei Wochen davon in den Schulferien liegen. Bei der Offenlage können Einwohner die Pläne einsehen und ein weiteres Mal Anregungen und Einwände zu Protokoll geben. Bedenken werden nicht von der Stadtverwaltung, sondern vom Stadtrat abgewägt.

Ist das Verfahren offen? Darüber streitet die Politik. Die kleinen Fraktionen Allianz, FDP, AfD und BA behaupten, die Mehrheit von SPD, CDU und Grünen habe sich längst entschieden - für den Bau der Sozialwohnungen. Das verheimlichten die drei Fraktionen den Anwohnern, die das Projekt bekämpfen. SPD, CDU und Grüne weisen das als Unterstellung entschieden zurück: Das Für und Wider werde im Verfahren abgewägt. Das Ergebnis stehe noch nicht fest und sei offen. Die Stadtverwaltung hat den Auftrag, bis Ende des Jahres weitere Vorschläge zu machen, wo in Hilden öffentlich geförderte Wohnungen gebaut werden könnten.

Wie argumentieren die Gegner des Vorhabens? Sie sagen, der Spielplatz werde von vielen Kindern genutzt und müsse deshalb unbedingt erhalten bleiben. Rund 400 Einwohner unterstützen das. Bei einer Bürgeranhörung wurde angeregt zu untersuchen, wie viele Kinder denn in einem Umkreis von 200 Metern rund um den Spielplatz wohnen. Ergebnis: 30 Kinder von 0 bis fünf Jahren und 26 Kinder von sechs bis neun Jahren, stellte die Verwaltung mit Hilfe des Melderegisters fest. Von den 400 Unterzeichnern leben nur etwa 95 im maßgeblichen Umkreis von 200 Metern um den Spielplatz.

Was sagen die Befürworter? Hilden brauche Sozialwohnungen, betonen SPD, CDU und Grüne. Ende 2015 gab es in Hilden 1287 öffentlich geförderte Mietwohnungen. Laut NRW Bank waren 2014 in Hilden 6,4 Prozent aller Wohnungen in Mehrfamilienhäusern öffentlich gefördert. Zum Vergleich: In NRW liegt dieser Anteil bei 10,2 Prozent, in Städten gleicher Größe bei 11,3 Prozent. Wenn keine Sozialwohnungen mehr gebaut werden, gibt es in Hilden 2025 nur noch 899 öffentlich geförderte Mietwohnungen, hat die Verwaltung hochgerechnet. Ratsmitglied Kevin Buchner (SPD): "In Hilden ist es üblich, Sozialwohnungen dezentral zu bauen. Dadurch wird die Bildung von Ghettos verhindert."

Soll der Spielplatz ersatzlos entfallen? Nein. Rund 100 Meter weiter liegt der Spielplatz Pestalozzistraße. Er soll um einen neuen Kinderspielplatz Typ C wie am Bruchhauser Kamp erweitert werden. Die SPD hat beantragt, dass mit dem Bau des Spielplatzes parallel mit dem Bau der Sozialwohnungen begonnen wird - wenn dies das Ergebnis des Verfahrens sein sollte. Das sei kein Hinweis auf den Ausgang des Bebauungsplanverfahrens, betonte Buchner. Alte Spielgeräte auf dem Platz Bruchhauser Kamp waren nicht mehr sicher und deshalb abgebaut worden. Die CDU wollte sofort neue Spielgeräte aufstellen lassen. Davon rät Achim Hendrichs, Sachgebietsleiter Grünflächen, ab. Das verursache nur zusätzliche Kosten und tue den Spielgeräten nicht gut. Er schlägt vor, den Ausgang des Plan-Verfahrens abzuwarten.

Quelle: RP
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