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Bürger äußern Zweifel an Tempo 30

Leserforum: Bürger äußern Zweifel an Tempo 30
FOTO: Matzerath Ralph
Hilden. Anwohner der Richrather Straße sieht als Weg zur Lärmsenkung, Lastwagenverkehr aus dem Stadtgebiet zu verbannen.

Besonders die Anwohner der Richrather-/Baustraße (L404), Klotzstraße (L404), Benrather Straße (B228), Ellerstraße (L85), Gerresheimer-, Hochdahler-, Kirchhofstraße (L403) und Walder Straße (L85) in Hilden sind lärmgeplagt. Deshalb hat die Verwaltung vorgeschlagen, dort nachts zwischen 22 und 6 Uhr Tempo 30 einzurichten. Tagsüber würden der Landesbetrieb Straßen NRW und die Rheinbahn das nicht mitmachen, nachts schon, berichtet Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger. Um Autofahrern bei einer solchen Tempo-Regelung trotzdem eine Grüne Welle durch die Stadt zu ermöglichen, müssten die Programme der Ampelsteuerung verändert werden. Kostenpunkt: rund 80.000 Euro. Der Stadtrat soll darüber am 2. November entscheiden.

Die Diskussion um das nächtliche Tempolimit von 30 Stundenkilometer an besonders lärmintensiven Straßen läuft nicht nur im politischen Raum. In einer E-Mail an die Redaktion hat sich Horst Faßbender gemeldet. Er ist selbst Betroffener und wohnt an der engsten Stelle der Richrather Straße, direkt an einer Ampel in Höhe der Uhlandstraße. "Ich spreche aus jahrzehntelanger Erfahrung, insofern muss ich dem Vorschlag der Verwaltung - nachts Tempo 30 - einzuführen, widersprechen." Krankmachender Verkehrslärm finde hier nicht nachts statt, sondern während der Tageszeit. "Auf der Richrather Straße wird es spätestens ab 22 Uhr erheblich ruhiger. Während der Nachtstunden empfinde ich nach meinem Gefühl keinen Lärm mehr."

Das eigentliche Problem, so Faßbender, sei der tagsüber stattfindende Schwerlastverkehr. Als Ursache hat der Anwohner insbesondere Sattelschlepper aus Hilden-West ausgemacht, "die durch die Stadt über die Richrather Straße fahren, hier auch regelmäßig an der roten Ampel stehen, um in Langenfeld auf die Autobahn zu kommen - vermutlich um ein paar Kilometer Autobahnmaut zu sparen."

Der RP-Leser schlägt vor, nachts die Ampeln auszuschalten und Tempo 50 zu belassen. Der Schwerlastverkehr über 7,5 Tonnen (zumindest der Durchgangsverkehr) müsse zu jeder Tageszeit raus aus der Innenstadt. Bereits vorhandene Umleitungen sollten genutzt oder neue Anbindungen neu geschaffen werden.

Ein Leser der Hildener RP-Online-Seite reagiert mit einem gewissen Spott: "Die Stadt Hilden schafft es ja noch nicht einmal tagsüber in den bestehenden 30iger Zonen dafür zu sorgen, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung eingehalten wird. Wie soll das dann erst nachts werden...???"

RP-Leser Dieter Bruch hält die Pläne für Aktionismus. "Da sollen mal eben 80.000 Euro für einen wahrscheinlich erfolglosen Versuch ausgegeben werden." In einer Zeit, in der die so genannten"freiwilligen Leistungen" gekürzt werden (zum Beispiel die Öffnungszeiten beim Bürgerbüro), wolle die Stadt durch das Aufstellen von ein paar Schildern den Verkehrslärm reduzieren. "Neben den zu erwartenden vermehrten Standzeiten vor roten Ampeln werden etliche Autofahrer (auch Lkw!) den Versuch machen, durch überhöhte Geschwindigkeit das nächste ,Grün' noch zu erreichen", ist Bruch überzeugt. Der Hildener hat den Eindruck, dass die Haltung der CDU - zunächst einmal abwarten (was die SPD macht?) - wohl immer mehr zur Maxime werde, hat der Hildener den Eindruck.

Nach Erhebungen für den Lärmaktionsplan sind knapp 1400 Hildener nachts krank machendem Verkehrslärm ausgesetzt, noch viel mehr werden durch ihn geplagt.

(RP/cis/-dts)
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