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Haan
Bürger wollen Innenstadt mit Wasser

Haan. Die Bürgerinitiative und die Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan haben regen Zulauf an ihrem Dialogstand auf dem Haaner Wochenmarkt verzeichnet. 120 Bürger nutzten am Samstag in drei Stunden die Gelegenheit, ihre Ideen und Meinungen zum Thema "Gesamtkonzept für die Innenstadt: Was braucht die Innenstadt, damit man sich dort gerne aufhält?" zu äußern. Peter Schniewind, stellvertretender Vorsitzender der Wählergemeinschaft, informierte gestern Bürgermeister Knut vom Bovert in einem umfanreichen Schreiben über die Ergebnisse. Die Initiative hofft, dass alle Mitglieder von Stadtrat und Ausschüssen davon erfahren. Von Ralf Geraedts

Einkaufscenter Das seit Jahren umstrittene Projekt scheint kaum mehr gefragt. "Eine Vielzahl von Bürgern betonten, dass Haan endlich damit aufhören sollte, mit den Nachbarstädten und deren Einkaufscentren konkurrieren zu wollen. Es solle lieber ein eigenes Stadtprofil entwickelt werden", fasste Schniewind zusammen. Nur ein Ratsmitglied für "ein Einkaufszentrum" votiert. Diese Ansicht habe kein anderer Teilnehmer geteilt, stellt Schniewind fest. Zwei Bürger gaben an, nicht das geplante, sondern allenfalls ein deutlich kleineres Center würde zu Haan passen.

Leben in der Innenstadt, Wasser als Quelle dazu Wasser, egal ob als Quelle, als Bachlauf oder Wassergarten für Kinder wurde mehrfach genannt. In Haan könnte der Bachlauf, zumindest am unteren Neuen Markt, offengelegt werden. Grünflächen sollten genutzt werden, um Leben in die Stadt zu bringen. Auf der bislang eher als Hundewiese genutzten Wiese über der Tiefgarage Schillerstraße könne ein Beachvolleyballfeld oder Wassergarten für Kinder angelegt werden. Die Stadt Haan sei durch die Haaner Felsenquelle bereits bundesweit bekannt und könnte so ihr eigenes Profil entwickeln, fanden einige.

Einzelhandel Viele Bürger fanden, die die Haaner Innenstadt lade nicht zum Bummeln und Verweilen ein. Denn der Branchenmix sei nicht ausgewogen. Haan sei eher ´"die Stadt der Frisöre, Pizzerien und Apotheken", zitierte Peter Schniewind einige Stimmen. Ein zusätzlicher Drogeriemarkt, mehr Vielfalt bei Lebensmitteln, eine Metzgerei, Kinder-, Herren- und hochwertige Oberbekleidung seien als Mangel benannt worden. "Der große Leerstand unter Strauss am Windhövel könnte für Shop-in-Shop-Systeme und besonders für Unternehmensstarter genutzt werden, regt die Initiative an. Die Wirtschaftsförderung könne ein solches Projekt aktiv voranbringen. Auch ein Kaufhuas-Innenstadt-Stadtplan wurde vorgeschlagen.

Verkehrsberuhigung Straßenlärm und zunehmender Verkehr wurden als großes Problem für ganz Haan gesehen. Durch farbliche Gestaltung oder Aufpflasterungen, Zebrastreifen und Querungshilfen für Fußgänger könnte das Tempo gedrosselt werden. Tempo-30 könne die Entwicklung abrunden. Zahlreiche Fahrradständer könnten es attraktiver machen, mit dem Rad in der Stadt unterwegs zu sein. Auf eine Barrierefreiheit sei zu achten. Kritik gab es auch an den Ausbauplänen für den Verkehrsknoten Polnische Mütze. Der Ausbau der Kreuzung Elberfelder-, Gräfrather-, Gruitener Straße nutze nur dem Ausbau des Wuppertaler Gewerbegebietes VOHrang und ziehe noch mehr Schwerlastverkehr an.

Sichere und saubere Innenstadt Immer wieder wurde auf die mangelnde Präsenz der Polizei und des Ordnungsamtes in Haan hingewiesen. Es sei zeitweise schwierig, eine Anzeige auf der Polizeiwache zu erstatten. Auch sei die Wache zuweilen telefonisch nicht erreichbar. Auf Nachfrage hieß es, das Telefon werde nach Mettmann umgeschaltet, wenn niemand in Haan sitze.

Gesamtkonzept Einige Bürger mit Spezialkenntnissen aus dem Bereich der Planung und Kostenkalkulation hätten am Dialogstand ihre ehrenamtliche Unterstützung für ein Projekt "Gesamtkonzept Haaner Innenstadt" angeboten, teilte Schniewind mit. "Die Vielfalt der Anregungen und wie diese zusammengeführt werden können, müsste Ihnen zeigen, dass wir alle in Haan selbstständig dazu in der Lage wären, unsere Innenstadt zu entwickeln," schreibt er an den Bürgermeister. Die Initiative ist gegen "weitere externe Gutachten und Moderatoren". Das Geld solle lieber direkt ins Projekt gesteckt werden.

Quelle: RP
 
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