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Hilden
Bus 785 kommt häufig aus dem Takt

Hilden: Bus 785 kommt häufig aus dem Takt
Die Linie 785 hält in Hilden am Fritz-Gressard-Platz. Baustellen verzögern die Fahrt oft so sehr, dass die Fahrer ihre Pausen nicht machen können. FOTO: ola
Hilden. Die Busfahrer der Rheinbahn kämpfen mit Baustellen, Staus und einem hohen Verkehrsaufkommen. Das sorgt für viele Verspätungen, besonders beim L 785. Von Christoph Schmidt

17 Uhr Haltestelle Fritz-Gressard-Platz: Die kleine Frau mittleren Alters mit der großen Einkaufstasche hat schon dreimal auf die Uhr geschaut. "Ist der 785er schon durch?", fragt sie. Kopfschütteln bei den Umstehenden. "Ich warte schon seit 40 Minuten", sagt einer. Dann kommt die 785. "Hallo Manfred", begrüßt die Frau den Busfahrer: "Du bist aber spät dran." "Hallo Maria", sagt der Mann am Steuer seufzend und wirkt ziemlich gestresst: "Wenn du wüßtes, was bei uns los ist." Und dann erzählt er. Von zahlreichen Baustellen, Verkehrsstaus, Verspätungen: "Manche Kollegen können schon gar keine Pause mehr machen. Aber nach viereinhalb Stunden dürfen wir nicht mehr weiterfahren. Das gibt dann auch wieder Stress."

Hildens Stadtarchivar Dr. Wolfgang Antweiler nutzt den 785er, um von Düsseldorf zur Arbeit nach Hilden zu fahren: "Schon an der dritten Haltestelle nach dem Start ist der 785er nicht mehr pünktlich. An manchen Haltestellen wie Altenbrückstraße steigen viele Leute zu. Das dauert, bis die alle ihr Kärtchen aufgelegt haben. Und dann ist die Ampel schon wieder rot. Verspätungen sind da unvermeidlich." Der Bus ist dieser Tage besonders häufig aus dem Takt, bestätigt Rheinbahn-Sprecher Eckhard Lander. Dafür gebe es mehrere Gründe: Der 785er verbindet Düsseldorf, Hilden und Langenfeld und sei mit 27 Kilometern eine der längsten Rheinbahn-Linien. Und deshalb auch besonders anfällig für Störungen. Morgens und abends im Berufsverkehr müssten die Fahrer einen Stau-Parcours bewältigen, zählt Landers auf: "Schon auf der Heinrich-Heine-Allee geht es los, dann über die überlastete A 46, die fast immer dicht ist. Auch auf der Richrather Straße zwischen Hilden und Langenfeld geht es oft nur langsam." Zweiter Grund - viel Verkehr: "Der November ist der verkehrsreichste Monat im Jahr. Da müssen die allermeisten arbeiten." Dritter Grund: "Im November steigen unsere Fahrgastzahlen, weil viele Radler auf Bus und Bahn umsteigen. Das Ein- und Aussteigen dauert länger. Auch das sorgt für Verspätungen - und all dies zusammen summiert sich auf." Etwas ändern könne die Rheinbahn kaum.

Im Berufsverkehr sei eine Verspätung von nur fünf Minuten für die Busse schon nicht mehr aufzuholen: "Die schiebt man dann vor sich her." Richtig sei, dass die Fahrer nach maximal viereinhalb Stunden am Steuer eine Zwangspause einlegen müssen. "Wenn das absehbar ist, melden sie sich bei der Verkehrszentrale. Die muss dann einen Ersatzfahrer stellen." Das erschwere das Management zusätzlich. Auf der Linienstrecke gebe es wichtige Verknüpfungspunkte, wo mehrere Linien aufeinandertreffen oder die S-Bahn bedienen. "Wir versuchen immer, diese Anschlüsse zu gewährleisten", erläutert der Rheinbahn-Sprecher. "Das gelingt aber nicht immer und hat dann für unsere Fahrgäste diesen besonders ärgerlichen Domino-Effekt: Kommt der Bus zu spät, ist der Anschluss weg."

Quelle: RP
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