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Kreis Mettmann
Caritas gedenkt der Drogentoten

Kreis Mettmann. Die Mitarbeiter sind heute in Mettmann mit einem Infostand präsent.

In vielen Städten in Deutschland wird am 21. Juli derjenigen Menschen gedacht, die an den Folgen ihrer Suchterkrankung gestorben sind. In Deutschland sind 2015 wieder mehr Menschen an Drogen gestorben. Der Drogenbericht der Regierung verzeichnet 1226 Tote (plus 18,8 Prozent). In den Jahren 2009 bis 2013 waren die Zahlen stetig gesunken, sagt Katja Neveling, Leiterin der Caritas-Suchthilfe.

Besonders problematisch: Immer mehr Menschen nehmen synthetische Drogen. Cannabis bleibt dabei als einzige nicht synthetische Droge in den Nutzerzahlen stabil. In den Städten Wülfrath und Mettmann, für die die Caritas-Suchthilfe zuständig zeichnet, sind im Jahr 2015 vier Menschen an den unmittelbaren Folgen des Drogenkonsums gestorben. Im laufenden Jahr sind es aktuell drei Menschen. Im Dunklen bleibt dabei die Zahl derjenigen, die keinen Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle hatten.

Alkohol genauso wie der Konsum von Tabak wird gesamtgesellschaftlich als Problem negiert. Vielfach fällt ein hoher Alkoholkonsum erst spät auf, weil dieser in unserer Gesellschaft weitestgehend zur "Normalität" gehört. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen gehen deutschlandweit im Jahr 2015 unmittelbar 75.000 Todesfälle auf den langfristigen Konsum von Alkohol zurück. Und jährlich 110.000 Mitbürger sterben an ihrem Tabak-"Genuss". Dies zeigt die unterschätzten Folgen und die Gefahr von langfristigem Alkohol- und Tabak Konsum.

Unerwähnt bleibt in den Statistiken auch das Leid der Angehörigen und Freunde, die die Folgen der Abhängigkeit unmittelbar miterleben und sich oft selber hilflos fühlen, oder sogar Opfer werden, von unkontrolliertem Verhalten wie Diebstahl oder Gewalt. Der Caritasverband für den Kreis Mettmann lädt zum gemeinsamen Gedenken an einen zentralen Informationsstand ein. Termin: Heute, Donnerstag, 21. Juli, zwischen 10 und 14 Uhr auf dem Jubiläumsplatz der Kreisstadt Mettmann.

Den Abschluss des Gedenktages wird eine besondere Aktion bilden: Für die im Kreisgebiet Mettmann unmittelbar oder an den langfristigen Folgen des Suchtmittelkonsums gestorbenen Menschen haben Angehörige und Trauernde die Möglichkeit, weiße Rosen im Gedenken an die Verstorbenen in eine Gedenkmauer zu stecken. Diese können Angehörige mit dem Namen des Verstorbenen beschriften.

Weitere Informationen bei Katja Neveling, Leiterin der Suchthilfe, Tel. 02058-78020.

(cz)
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