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Hilden
Chefin sucht Banker von morgen aus

Hilden. Jessica Plante ist als neue Ausbildungsleiterin der Sparkasse zuständig für 62 Nachwuchskräfte. Von Alexandra Rüttgen

Gleichgültig ob Praktikant, Auszubildender oder Student - wer engagiert mit Nachwuchskräften arbeitet, der möchte ihnen etwas mitgeben. Lehren fürs Leben, sozusagen. Welche Werte sind es, die Jessica Plante besonders am Herzen liegen? Sie überlegt ein wenig. "Das ist die Begeisterung, die ich gerne vorleben möchte. Ich bin froh, wenn ich die weitergeben kann. Dass man für etwas brennen kann. Dass man sich mit seinem Unternehmen identifizieren kann."

Jessica Plante ist die neue Ausbildungsleiterin der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert. Wie so oft in diesem Geldinstitut, bei dem viele Führungskräfte schon als Azubis begannen, so ist auch sie ein "Sparkassen-Gewächs": Sie schloss dort 2006 ihre Lehre zur Bankkauffrau ab, "und ich bin seither nie gewechselt", sagt sie. 2013 beendete sie ihr berufsbegleitendes Studium zur Betriebswirtin.

Als Jugendliche habe ihr an ihrem Arbeitgeber gefallen, "dass er sehr regional und sozial aufgestellt ist". Jetzt schätzt sie darüber hinaus, dass er ihr als Frau dieselben Karrierechancen bietet wie den männlichen Mitarbeitern. Ihr wurden nie Steine in den Weg gelegt. "Ich glaube, dass, wenn man weiterkommen will, schafft man das auch", sagt sie.

Ihre berufliche Laufbahn führte sie durch Velbert, Ratingen und Hilden. Jessica Plante ist Ansprechpartnerin für insgesamt 51 angehende Bankkaufleute. Hinzu kommen zehn dual Studierende sowie eine IT-Nachwuchskraft. Sie koordiniert die Ausbildungspläne, ist selbst Trainerin, hält Kontakt mit der Berufsschule. "Ich finde es spannend, die Auszubildenden auf dem Weg ins Berufsleben zu begleiten." Führungserfahrung hat sie bereits als Leiterin des Kundengeschäfts in Hilden gesammelt, eine Funktion, die sie 2011 antrat. "Der gewisse Grad zwischen Respekt und partnerschaftlichem Umgang, das ist die große Kunst, die man beherrschen muss", sagt sie. Führen Frauen anders? "Ich glaube ja. Vielleicht sind wir ja besser darin, sich in Menschen hineinzudenken. Das ist bei Azubis besonders wichtig." Schließlich bringe jede Nachwuchskraft eine eigene, eine jeweils an

dere Persönlichkeit mit.

Die in Hilden gesammelte Führungserfahrung war es auch, mit der Jessica Plante bei ihrem Vorgesetzten Ralf Wienold, den Personalleiter der Sparkasse, punkten konnte. "Sie verfügt über viele Erfahrungen aus dem Sparkassengeschäft. Sie hat gezeigt, dass sie Menschen führen kann und Akzeptanz erhält", sagt er. Die Funktion von Ausbildungsleitern sei nicht zu unterschätzen. Denn Jessica Plante führt auch Bewerbungsgespräche und stellt die Auszubildenden ein. "Mit den Nachwuchskräften wird unsere Zukunft ausgebildet. Insofern sitzt Frau Plante an einer wichtigen Stelle. Was sie auswählt, wird unsere Zukunft prägen", sagt Wienold.

Beim Auswahlverfahren müssen sich die Personalverantwortlichen auf ihr Bauchgefühl verlassen. "Da ist auch viel Intuition im Spiel. Wir müssen das, was in der Bewerbung geschrieben steht, und das, was im Gespräch an Persönlichkeit rüberkommt, miteinander abgleichen. Wie offen geht der Kandidat auf Menschen zu? Wie authentisch wirkt er?" Da sei das Bewerbergespräch "viel ausschlaggebender" als die Ausbildungsnoten.

Jessica Plante sieht das genauso. "Ehrlich kommunizieren", das ist der 33-Jährigen im Umgang mit den Azubis wichtig. Sie selbst hat keine Kinder. "Ich kann ruhig noch ein paar Jährchen warten, bis die Familienplanung losgeht", sagt sie schmunzelnd. Erst einmal gelte es, in ihrer neuen Position Fuß zu fassen. "Und wenn ich meine Begeisterung weitergeben kann, dann habe ich schon viel geschafft." Foto: jd

Quelle: RP
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