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Hilden
Feuerwehr räumt Freizeitbad Hildorado wegen Chlorgas-Alarm

Chlorgas-Unfall in Hildener Schwimmbad
Hilden. Am späten Sonntagnachmittag ist es am Hildener Freizeitbad Hildorado zu einem Großeinsatz gekommen: Das Bad wurde komplett geräumt. Es gab einen Unfall in der Chlorgasanlage. Mehrere Menschen wurden verletzt. Von Alexandra Rüttgen und Uwe Felten

Viele Badegäste klagten über Reizungen der Atemwege. Unsere Reporterin vor Ort konnte die Worte eines Kindes hören, welches zu den Eltern sagte: "Auf einmal konnte ich nur noch ganz schwer atmen."

Die 13-jährige Sarah, Schülerin der Theresieschule in Hilden und der 13-jährige Bijan aus der Stätischen Realschule in Erkrath sagten unserer Redaktion: "Plötzlich haben wir gesehen, wie die Bademeister zu den Duschen gerannt sind." Zuvor hätten sie im Becken einen Vater und sein Kind beobachtet. Das Kind hätte seinem Vater erzählt, dass es nur noch schwer Luft bekomme. Dann habe es eine Durchsage im Schwimmbad gegeben, die zur Räumung aufgerufen habe. "Aber man hat uns nicht gesagt, was los ist." Draußen vor dem Bad habe man ihnen Decken gegeben.

Marco Schnieber (19) und Lisa Z. (17), weitere Badegäste, standen zum Zeitpunkt der Evakuierung am 3-Meter-Turm an. Sie kamen laut eigener Aussage auf dem Weg nach draußen am Krankenzimmer des Bades vorbei. "Das Zimmer war überfüllt, viele Menschen hatten Hustenanfälle". Sie selbst seien aber nicht betroffen und durften nach kurzer Untersuchung nachhause gehen.

Hildorado wegen Chlorgas-Alarm evakuiert FOTO: Alexandra Rüttgen

Vor dem Gebäude warteten viele besorgte Eltern auf ihre Kinder. Einige wurden aus dem Gebäude gelassen und den Eltern übergeben, andere wurden nur in Handtüchern gehüllt von Feuerwehrleuten in andere Räume gebracht. Gegen 18 Uhr wurden erste Patienten mit Rettungswagen des Roten Kreuzes in die Uniklinik Düsseldorf gebracht.

Da viele Kinder und Jugendliche unbegleitet vor Ort waren, hatte die Feuerwehr an der Walderstraße / Ecke Grünstraße in einem roten Zelt eine Kinder- und Jugendsammelstelle eingerichtet.

500 Badegäste betroffen

Der Sprecher der Feuerwehr, Mirko Braunheim, sagte unserer Redaktion, dass sich zum Zeitpunkt des Alarms gegen 17 Uhr rund 500 Menschen im Bad aufgehalten haben. Ersten Erkenntnissen zufolge ist der Unfall auf einen Fehler eines Mitarbeiters des Bades zurückzuführen. Dieser wollte offenbar das Wasser chloren und hat dabei demnach das falsche Mischungsverhältnis der Chemikalien gewählt. Er selbst sei das erste Opfer des Chlorgas-Austritts gewesen.

Laut Polizei-Pressesprecher Ulrich Löhe wurden insgesamt 40 Personen von den Rettungskräften betreut. Davon wurden neun ins Krankenhaus gebracht. Zwei davon unter Notarztbegleitung. Dabei handelte es sich insbesondere um Kinder und Jugendliche, die unter besondere medizinische Beobachtung gestellt werden sollten.

Feuerwehren und Rotes Kreuz waren mit mehr als 100 Kräften im Einsatz. Die Walder Straße, eine wichtige Einfallstraße der Stadt Hilden, wurde gegen 20.10 Uhr wieder freigegeben. Die weitaus weniger befahrene Grünstraße, an der das Hildorado liegt, ist am Abend noch gesperrt.

Sabine Möller, die Sprecherin der Stadtwerke Hilden, die das Bad betreiben, bestätigte unserer Redaktion, dass der Unfall im Technikraum an der  Chlorgasanlage passiert sei. Der Mitarbeiter an der Anlage habe den Fehler sofort bemerkt und mit Gegenmaßnahmen reagiert. Im Bad selbst sei das Freizeitbecken als erstes betroffen gewesen. Betroffene seien im Sanitätsraum versorgt worden. Außerhalb des Gebäudes seien Decken und Getränke an die Menschen verteilt worden. Die Evakuierung selbst sei ruhig abgelaufen.

Mittlerweile hat die Feuerwehr das Gebäude wieder freigegeben. Die Menschen können ihre Habseligkeiten holen. Für heute jedoch ist der Badebetrieb beendet.

 

(felt)
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