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Hilden
Das Geheimnis des großen weißen "X"

Hilden: Das Geheimnis des großen weißen "X"
Schüler der Bettine-von-Arnim-Schule setzen ein Zeichen gegen sexuelle Gewalt: Malin, Kai, Rebecca, Niklas und Geena (v. li.) stellen in der Stadtbibliothek aus. FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Hilden. Mädchen und Jungen der Bettine-von-Arnim-Schule stellen Fotos in der Stadtbibliothek aus. Von Isabel Klaas

Rebecca, Geena, Malin, Kai und Niklas lüften das Geheimnis um das weiße "X", das auf jedem ihrer Fotos auftaucht, die zurzeit in der Stadtbibliothek zu sehen sind. Es handelt sich um ein Projekt des Kunst- und Designkurses von Schülern des 9. Jahrgangs der Bettine-von-Arnim-Schule der Städte Langenfeld und Hilden. "Das ist das Symbol einer bundesweiten Kampagne und steht für ,Kein Raum für Missbrauch'", sagt Malin (15). 30 Arbeiten - Fotos und Collagen aus mehreren Fotos - zeigen die Mädchen und Jungen im Schullalltag. Und immer wurde ein weißes "X" integriert, mal als weiße Streifen auf gekreuzten Beinen, mal auf Shirt oder Schuhsohlen geklebt, als Fingerschmuck oder auf den Boden gemalt. Mit dem Handy auf Motivsuche im Klassenraum und auf dem Schulhof zu gehen, hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht. Unterstützung hatten die Amateur-Knipser von Fotografin Katja Früh und von Alexandra Schneider und Cornelia Schuischel vom Verein Sag's, der Beratung und Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen anbietet. Nicht zu vergessen natürlich ihre Kunst-Lehrerin Ingrid Wetter-Kernder. Herausgekommen sind kreative Bilder zum Beispiel mit Fischauge, mit dem die beiden einzigen Jungen im Neigungskurs, Kai und Niklas, sehr gerne arbeiten.

Sie haben das Kreuz kurz entschlossen neben ein auf die Straße gepinseltes Verkehrszeichen mit Mutter und Kind gemalt, abfotografiert und "Family first" genannt. Auch Handy-Hüllen lassen sich prima zu einem Kreuz legen und als Motiv festhalten. Turnschuhe wurden zum "X" zusammengestellt.

Nicht alle Fotos drücken das Thema sexuelle Gewalt aus. Manche aber schon: zum Beispiel ein einsames Mädchen auf zwei Bänken, ein Mädchen, das abwehrend die Hand gegen einen imaginären Erwachsenen ausstreckt, in deren Innenfläche ein weißes Kreuz geklebt ist, eine Unterführung, die entsprechend gekennzeichnet ist: Hier ist kein Platz für sexuelle Übergriffe.

Alle Fotos sind Gruppenarbeiten, an denen mehrere Schüler gearbeitet haben. "Das ist nur ein Projekt unter vielen", sagt Lehrerin Wetter-Kernder, die zweimal pro Woche mit ihren Schülern arbeitet. 500 Kalender mit den Fotos, die derzeit ausgestellt sind, wurden bereits vor Weihnachten gedruckt und unter anderem in der Langenfelder Stadtbibliothek verschenkt. Die Nachfrage sei sehr groß gewesen, sagt Wetter-Kernder.

Quelle: RP
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