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Hilden
Das Haaner Krankenhaus ist gesund

Hilden: Das Haaner Krankenhaus ist gesund
Blick in die neue gefäßchirurgische Station mit Chefarzt Udo Huberts, Pflegedirektorin Ellen Zander und Krankenhausdirektor Kai Siekkötter (v.l.). FOTO: Ralph Matzerath
Hilden. Bis 2019 investiert die Klinik 11,9 Millionen Euro in neue Patientenzimmer und einen neuen OP-Bereich. Von Christoph Schmidt

Die St.-Josef-Krankenhaus Haan GmbH hat 2016 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) einen Überschuss von 407.000 Euro (2015: 247.000 Euro) erzielt. Auf die Klinik entfielen dabei 364.000 Euro, der Rest auf St. Josef-Wohnen mit Service in 40 Appartements. Auch 2017 wird das Haaner Krankenhaus schwarze Zahlen schreiben. Darin ist Direktor Kai Siekkötter sicher. Das ist wichtig. Denn die Klinik muss Gewinne erwirtschaften, um investieren zu können.

Und das hat die fast 90 Jahre alte Einrichtung in den vergangenen Jahren in hohem Maße getan. Vier von fünf Stationen sind bereits umfassend saniert worden. "Die fünfte und letzte wird im Sommer fertig", erläutert Siekkötter. Von den alten Patientenzimmern blieben nur die Wände stehen: "35 Fachfirmen haben in knapp 100.000 Arbeitsstunden 28.000 Meter Elektrokabel und 1200 Meter Leitungsrohre verlegt." Rund sechs Millionen Euro hat das gekostet. Dafür sind die Patientenzimmer auf dem neuesten Stand.

Alle Zimmer haben jetzt einen eigenen WC- und Nassbereich. Pro Station hat die Klinik zwei Einbett-Zimmer eingerichtet. "Die sind nicht Privatpatienten vorbehalten", erklärt der Krankenhaus-Direktor, "sondern werden für die Isolation von Patienten mit ansteckenden Krankheiten (Norovirus, MRSA-Keime) gebraucht."

Seit November vergangenen Jahres wird ein ehemaliger Küchentrakt zu einem neuen Operationsbereich umgebaut. 5,9 Millionen Euro wird das kosten und voraussichtlich im Sommer 2019 fertig sein. Der alte OP-Bereich bleibt so lange in Betrieb. Danach wird dort das Diabetes-Zentrum einziehen, das jetzt in einem Nebengebäude untergebraucht ist. "Dann haben wir alle Fachabteilungen im Hauptgebäude", erläutert Siekkötter das Konzept: "Das Diabetes-Zentrum Rheinland und die Gefäßchirurgie sollen dort erweitern. Deshalb macht es Sinn, sie auch räumlich zusammenzubringen." In etwa eineinhalb Jahren soll das umfangreiche Modernisierungsprogramm abgeschlossen sein.

Das St.-Josef-Krankenhaus habe aber nicht nur gebaut, sondern auch sein medizinisches Leistungsspektrum erweitert. Neben dem Diabetes-Zentrum und der Gefäßchirurgie habe sich die Endoprothetik als drittes Standbein der Klinik etabliert. Dort werden rund 250 Hüften, etwa ebenso viele Kniegelenke und über 500 Fußgelenke pro Jahr operiert. Ganz wichtig: Alle drei Zentren sind von den Fachgesellschaften zertifiziert. Das sichert Standards und Professionalität der Behandler und bedeutet Sicherheit für die Patienten.

Vielen Krankenhäusern im Land geht es nicht gut. Nur weniger als der Hälfte (46 Prozent) der Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen ist es in den vergangenen drei Jahren (2013-2015) gelungen, kontinuierlich Überschüsse zu erwirtschaften. Das haben die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDEO und das Deutsche Krankenhausinstitut in einer Studie herausgefunden. Ein Grund dafür ist, dass die Kliniken zu wenig Geld bekommen. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung hat errechnet, dass das Land NRW jährlich eine Milliarde Euro mehr in seine Krankenhäuser investieren muss.

NRW-Gesundheitsminister Laumann will den 370 Kliniken im Land bis 2021 rund eine Milliarde Euro zusätzlich geben, verlangt dafür aber, dass sich die Krankenhäuser zu Verbünden zusammenschließen. Denn die Spezialisierung sorge für mehr medizinische Qualität bei geringeren Kosten. Das Haaner Krankenhaus habe seine Hausaufgaben bereits gemacht, glaubt Siekkötter.

Die Einrichtung gehört seit 2002 zur katholischen Kplus-Gruppe. Sie betreibt vier Kliniken an fünf Standorten, neun Senioreneinrichtungen, zwei Bildungsinstitute, Reha-Zentren an drei Standorten, drei Medizinische Versorgungszentren und zwei Servicegesellschaften.

Quelle: RP
 
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