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Kreis Mettmann
Das Schokoticket macht Schüler mobil

Kreis Mettmann: Das Schokoticket macht Schüler mobil
Mit dem Schokoticket kommen Fahrschüler gut zur Schule und wieder nach Hause zurück. Für die Städte sind die Schülerfahrtkosten durchaus eine Belastung. FOTO: Seybert:
Kreis Mettmann. Seit 15 Jahren gibt es das Schokoticket des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR). Es sorgt dafür, dass Schüler unkompliziert zu ihren Schulen und und wieder nach Hause zurückkommen. Von Eike Hövermann und Paul Köhnes

Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt der Schulträger einen Großteil der Kosten für die grün-weiße Plastikkarte mit Schokoladenaufdruck. Maßgeblich dafür ist "in erster Linie die Entfernung zwischen Schule und Wohnort", sagt Sonja Kunders von der Stadt Haan. "Diese muss in der Primarstufe mehr als zwei Kilometer, in der Sekundarstufe I mehr als 3,5 Kilometer und in der Sekundarstufe II mehr als fünf Kilometer betragen." Auch dann, wenn die Schule in einem anderen als im Heimatort ist. "Haaner Schüler, die ein Gymnasium in Hilden oder Erkrath besuchen, bekommen dort ein Schokoticket nur dann, wenn sie dies auch in Haan bekommen würden", weiß Kunders. Darüber hinaus könne ein Anspruch auch bestehen, wenn gesundheitliche Gründe dies erfordern oder wenn der Schulweg besonders gefährlich ist. Letzteres spiele aber in Haan nur eine untergeordnete Rolle. Als Schulträger ist die Gartenstadt für die Erstattung von Schülerfahrkosten an ihren Schulen zuständig. "Die Stadt Haan zahlt einen Pauschalbetrag von derzeit 13.786,78 Euro an die Rheinbahn", erklärt die Pressesprecherin. Hinzu kommt dann noch ein Eigenanteil in Höhe von 12 Euro für das erste anspruchsberechtigte Kind, 6 Euro für das zweite Kind - für jedes weitere Kind muss kein Eigenanteil gezahlt werden. Der Eigenanteil ergibt sich aus dem Schulgesetz NRW. Hier heißt es in Paragraf 97: Für "Schülerzeitkarten [...], die über den Schulweg hinaus auch zur sonstigen Benutzung von Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs berechtigen, kann der Schulträger [...] einen von den Eltern zu tragenden Eigenanteil festsetzen. Übrigens: Wenn kein Anspruch auf ein Schokoticket besteht, kann es für 35,50 Euro monatlich erworben werden.

Auch in Hilden ist die Stadt zuständig, zumindest für die städtischen Schulen. "Wir haben in diesem Schuljahr circa 120 Schokotickets bewilligt", sagt Pressesprecherin Henrike Loer. Hierbei handele es sich fast ausschließlich um Schokotickets für Schüler der weiterführenden Schulen. Grundschulkinder erhielten bisher kein Ticket, da die Standorte der Hildener Grundschulen so verteilt seien, "dass der Fußweg zur nächstgelegenen Schule für alle gut zu bewältigen ist." Für nicht-städtische Schulen ist dann wiederum der jeweilige Träger zuständig - entweder ein kirchlicher, oder, wie im Fall des Berufskollegs und des Förderzentrums Mitte, der Kreis Mettmann.

Allein für 571 Schüler, die das Berufskolleg Hilden (das größte im Kreis) besuchen, zahlt der Kreis monatlich 29.692 Euro. Auf elf Monate hochgerechnet - einen Monat ist Ferienpause - summiert sich der Aufwand auf 326.612 Euro. Für alle 2158 Schüler mit Fahrscheinen zu den vier Berufskollegs im Kreis summiert sich der Aufwand auf 187.720 Euro im Monat oder 1,231 Millionen Euro im Jahr.

63 Schüler werden an den Standorten Hilden und Erkrath des Förderzentrums Mitte bei Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterstützt. Für 21 Schüler in Hilden zahlt der Kreis im Jahr 12.012 Euro, für weitere 42 Schüler in Erkrath 24.024 Euro. Ratingen macht bei den Beförderungskosten eine eigene Rechnung auf: Die Stadt hat 2016 rund 970.000 Euro dafür ausgegeben, davon 627.000 Euro für Schokotickets, der Rest wurde eingesetzt für Schülerspezialverkehr, Sport- und Sonderfahrten. Die Fahrschüler kommen hauptsächlich aus Ratingen, aber auch aus Nachbargemeinden.

Für einen besseren Überblick hat der VRR unter www.schokoticket.de eine neue Internetseite eingerichtet, die Eltern und ihren schulpflichtigen Kindern einen kompakten Überblick über die Leistungen und Kosten des Schülertickets gibt. Passend zum Thema Schule enthält die neue Internetseite Links zu Informationsangeboten - etwa die Checkliste "Mein Schulweg". Auch Erzieher und Lehrer können sich Arbeitsmaterialen für ihren Unterricht herunterladen, die von Verkehrspädagogen entwickelt wurden und dabei helfen, Schülern das Thema Mobilität näher zu bringen. Insgesamt 400.000 Schüler nutzen laut VRR das Schokoticket.

Quelle: RP
 
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