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Hilden
Deko, Deko - und jetzt noch Woolworth

Hilden: Deko, Deko - und jetzt noch Woolworth
Die Mitarbeiter waren an den Leuchtwesten gut zu erkennen. Sie halfen bei Fragen aller Art. Der Laden war während des ersten Tages voll. FOTO: Köhlen, Stephan
Hilden. Handtaschen, Wein, Kerzen, T-Shirts und Badtextilien, dazwischen Süßigkeiten, Schulranzen, Bürobedarf und Popcorn: So sieht ein Auszug aus dem Sortiment aus, das seit gestern an der unteren Mittelstraße zu bekommen ist. Von Gökçen Stenzel

In die Räume der ehemaligen "Strauss"-Filiale ist jetzt "Woolworth" eingezogen - auf eine Fläche, die für die Kaufhauskette relativ klein ist: 950 Quadratmeter sind es, an anderen Standorten wie Haan geht es für das Warenhaus erst bei 1000 Quadratmetern los. "Deshalb haben wir in Hilden auch kein Spielzeug im Sortiment", erklärt Bezirksleiter Markus Hartmann. Zu seinem Bezirk zwischen Düsseldorf und Koblenz gehören 13 Filialen, und die Kette ist weiter auf Wachstumskurs.

Flapsig ausgedrückt, hat das Warenhaus alles und nichts. Die Mitarbeiter - in Hilden sind es zwölf, davon die meisten in Teilzeit - sprechen lieber von "Artikeln des täglichen Bedarfs": Kurzwaren, Elektronik, Schreib- und Haushaltsartikel, Kosmetik und Drogerieartikel, Accessoires, Geschenkartikel, Heimtextilien und Tierzubehör. "Ein Schwerpunkt wird bei Deko für den Privathaushalt liegen", sagt Hartmann. "Und die wechselt saisonal bedingt oft." Die Sommerartikel gehen jetzt langsam zu Ende, aber Halloween und auch Weihnachten sind nicht mehr weit. Im Prinzip räumen die Mitarbeiter dauernd die Regale aus und ein, eine Saison folgt auf die nächste.

Das bedeutet, dass der Deko-Hype für die eigenen vier Wände ungebrochen ist. Erst kürzlich hat "Nanu Nana" eröffnet und bietet ebenfalls Deko und Geschenkartikel en gros an. Weiter die Straße hinauf sitzt die Filiale "Depot", gegenüber hat auch die Drogerie Müller ungezählte Dekoartikel. Billiggeschäfte wie am Warrington-Platz und im Rathaus-Center halten sich, weitere wie "Kik" sind hinzugekommen. Zugleich geht die Zahl der Bekleidungsgeschäfte zurück, Boutiquen schließen, Anbieter hochwertiger Kleidung stöhnen und sprechen von Umsatzeinbußen.

"Auch in wird es Hilden schwieriger, Einzelhandel zu etablieren und zu halten", warnt Hildens langjähriger Wirtschaftsförderer Peter Heinze. "Die Zeiten sind vorbei, und das merkt auch eine Einkaufsstadt wie Hilden." Es gelte nun, über neue Konzepte für die Belebung der Innenstadt nachzudenken und auf möglichst langfristige Mietverträge zu setzen. Solch ein langfristiger Vertrag hat Fisch "Schälte" nicht am Aufgeben gehindert, das Unternehmen hat einen Nachmieter für die Räume gefunden und sich aus Hilden zurückgezogen.

Immobilienverwalter Oliver Vennedey von der Bismarck-Passage freut sich über die Neueröffnungen von Nanu-Nana und Woolworth, er empfindet sie als Bereicherung. "Und Hilden hat ja nach wie vor einen guten Ruf", sagt er. Auch Volker Hillebrand vom Stadtmarketing sieht in den neuen Mietern eine gute Lösung: "Ich würde Nanu-Nana nicht als Down-Trading betrachten. Man muss im stationären Einzelhandel heutzutage Konzepte anbieten, die gegen das Internet Bestand haben."

Quelle: RP
 
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