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Kreis Mettmann
Denkmale öffnen am Sonntag ihre Türen

Kreis Mettmann: Denkmale öffnen am Sonntag ihre Türen
Zu besichtigen ist am kommenden Sonntag unter anderem der Schalenschneider-Kotten in Langenfeld - eine Messergriffwerkstatt mit Originalinventar von 1920. FOTO: Olaf Staschik
Kreis Mettmann. Was es im Kreis Mettmann am deutschlandweiten Tag des offenen Denkmals (13. September) zu sehen gibt.

In diesem Jahr steht der Denkmaltag unter dem Motto "Handwerk, Technik, Industrie". Leider, so Hildens Denkmalpflegerin Karin Herzfeld, seien nur wenige Gewerbe- und Industriebauten aus dem 19. Jahrhundert in Hilden erhalten. Viele seien in den 1970er/80er Jahren abgerissen worden: "Damals hatte man noch kein Augenmerk für ihre Erhaltung." In Hilden sind rund 100 Denkmale in die Denkmalliste eingetragen. Elf gehören zum Bereich Industrie und Handwerk. Einige davon können am Denkmal-Sonntag besichtigt werden.

Hilden Das Alte Rathaus (Mittelstraße 40) mit neugotischer Sandsteinfassade wurde 1899/1900 von Architekt Walter Furthmann erbaut - der "Schwarzbau" (es wurde versäumt, eine Baugenehmigung einzuholen - musste nachträglich legalisiert werden. Es dient heute als Bürgerhaus. Im Eingang begeben die Briefmarkenfreunde Hilden von 10 bis 16 Uhr einen Sonderstempel zum Denkmaltag aus. Das Büro- und Wohngebäude Walder Straße 24 a wurde um 1900 als Fabrikanten-Villa der benachbarten Walzengravieranstalt Waldeck und Nacke erbaut. Die Fassade zeigt Stuckelementen im Stil der Neurenaissance. Architekt Christof Gemeiner nutzt das Gebäude als Büro. Er führt am Sonntag um 14.30 Uhr selbst durch die Räume. An ein Schiff erinnert der Bürobau aus den 1950er Jahre an der Forststraße 2, heute von der Messebaufirma ProFair genutzt. Denkmalpflegerin Karin Herzfeld führt um 15.30 Uhr durch das Gebäude. Das Haus Hildener Künstler (Hofstraße 6) ist das ehemalige Kutscherhaus (um 1900 erbaut) einer Fabrikantenvilla. Im Erdgeschoss war die Remise mit Pferdestall, im Obergeschoss eine Dienstwohnung. Hildener Künstler retteten es vor dem Abriss und nutzen es seit 1982 für Ateliers und Ausstellungen. Das Atelierhaus ist von 11 bis 13 Uhr geöffnet, die Ausstellung und der Skulpturengarten bis 19 Uhr. Die historische Kornbrennerei (Benrather Straße 32 a) wurde 1875 erbaut und ist heute ein eindrucksvolles Indstriedenkmal: geöffnet von 11 bis 18 Uhr, besondere Attraktion ist die Führung um 13 Uhr bei laufender Dampfmaschine. Das Kückeshaus ( Eisengasse 2) ist ein zweigeschossiges Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert mit Andreaskreuzen zwischen den Geschossen. Von 12 bis 15 Uhr kann das Denkmal besichtigt werden.

Stadtführer Reinhold Brüning bietet am Sonntag eine kosten- und barrierefreie Führung durch das historische Hilden an. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Reformationskirche am alten Markt (Eingang am Kirchturm. Die Führung dauert etwa eine Stunde. Die Volkshochschule bittet um Anmeldung unter Telefon 02103 500530, weil die Gruppe nicht zu groß sein darf.

Engelbert I. ließ die Reformationskirche 1210 als Emporenkirche im romanischen Stil erbauen. Das katholische Gotteshaus wurde 1624 an die Reformierten übergeben - "und zwar besenrein", so Stadtarchivar Dr. Wolfgang Antweiler: "Die Katholiken haben allen Schmuck und jede Ornamentik daraus entfernt und mitgenommen." Ihren Namen erhielt die Kirche allerdings erst 1958, zuvor war sie einfach "die evangelische Kirche". Die Evangelische Gemeinde bietet am Sonntag um 12 Uhr eine Führung an.

Langenfeld Schalenschneider-Kotten, Düsseldorfer Straße 10, Volksgarten, am Berliner Platz, Messergriffwerkstatt, 14 bis 18 Uhr.

Heiligenhaus Hofstelle an der Ruhrstraße 12, inklusive einer kleinen Ausstellung mit historischen Fotos rund um das Denkmal und seine Sanierung.

Monheim Biermanufaktur, Turmstraße 19, geöffnet 13.30 bis 18 Uhr .

(cis)
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