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Warten Auf (22)
Der lange Weg zum Fischbrötchen

Hilden. Es ist Markttag in Langenfeld. Ich habe Hunger. Mächtig. Ein Blick auf die lange Schlange vor dem Fischstand auf dem Markt, Tillmanns, der die legendären Brötchen mit ordentlich Fisch drin verkauft , sagt mir: Abdrehen. Geh lieber in die Markthalle zum Junk. Dort scheint die Schlange irgendwie kleiner zu sein. Sie verteilt sich einfach anders. Die Kunden stehen neben-, nicht hintereinander vor der Theke.

Dahinter richten die Mitarbeiter den Mittagstisch an, packen Fisch in Papier oder tauchen gemehlte Fischstücke ins Öl. Ich warte. Die beiden älteren Männer vor mir wählen ihr Mittagessen aus. "Kartoffelsalat mit Mayonnaise, Essig und Öl oder Joghurt?", fragt die Verkäuferin. Hm. Die beiden Männer überlegen hin und her, entscheiden sich dann für Mayonnaise. (Hätten sie auch gleich sagen können, knurrt es in mir. Hoffentlich nicht zu laut.) Sie zahlen und setzen sich an einen der Tische. Die Frau nach ihnen lässt sich Fisch für zuhause einpacken. Will zahlen und zählt dabei Cent für Cent das Geld passend auf die Theke. (Knurr.) Zwischendrin rufen die Frauen hinter der Theke die abholbereiten Gerichte aus, wuseln um den Herd herum und füllen auf.

Endlich bin ich an der Reihe. Der Vorrat an Backfisch ist gerade aufgebraucht. Neuer Fisch wird ins Öl getaucht. "Dauert noch ein Momentchen", flötet die Verkäuferin. In mir knurrt es lauter, bis ich nach einer gefühlt halben Ewigkeit endlich mein Fischbrötchen in der Hand halte, das ausnehmend gut und frisch schmeckt. Hmm. Geht doch. Das Warten hat sich gelohnt. Funktioniert übrigens auch mit Reibekuchen. og

Quelle: RP
 
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