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Kreis Mettmann
Detlef Regulskis Nächte sind für die Uhus verplant

Kreis Mettmann: Detlef Regulskis Nächte sind für die Uhus verplant
Detlef Regulski mit einem der Vögel, für die er sich so intensiv einsetzt. FOTO: privat
Hilden. Der Mann ist ein wahrer Nachtschwärmer. Wer Detlef Regulski treffen möchte, sollte früh aufstehen. Denn dann ist der Uhu-Experte vielleicht gerade noch wach. Oder man macht sich spät abends auf den Weg zu ihm.

Dann könnte es aber sein, dass er schon auf Beobachtungstour ist. Irgendwo in den Steinbrüchen rings um Mettmann, Wülfrath und Haan würde man ihn mit Glück treffen. Ob er dann aber Zeit für einen Plausch hat, steht in den nächtlichen Sternen. Gilt doch sein Interesse vor allem den Uhus, deren Leben er begleitet, seit sie sich vor zehn Jahren hier in der Gegend angesiedelt haben.

Genauso lange läuft nun schon das Niederbergische Uhu-Projekt, Der Biotop- und Landschaftspfleger hat keines der üblichen Studienfächer mit einem Diplom abgeschlossen. Er ist ein Autodidakt, der jedoch nicht nur Fachbücher wälzt, sondern nah dran ist an der Natur. "Ich bin schon als Kind ständig draußen unterwegs gewesen", erinnert er sich. In der Mettmanner Siedlung Kaldenberg groß geworden, hat er oft das Weite gesucht, wenn es zuhause wieder laut wurde. Ihm ist Menschentrubel zu unruhig: "Nachts ist es so wunderbar still".

In der frühen Jugend streifte er mit Freunden durch die Täler und gründete eine Tierschutzgruppe. "Wir haben alles mit Nistkästen zugepflastert. Irgendwann hatten wir genug von den Meisenkästen und haben einen Eulenkasten in einer Scheune aufgehängt", erzählt er. Es dauerte keinen Monat, bis ein Schleiereulenpaar eingezogen war, um dort eine Familie zu gründen. Später schloss er sich einer Ornithologengruppe an, die den Vogelbestand des Kreises Mettmann erfassen wollte und fuhr mit dem Fahrrad über die Bauernhöfe, um Eulen zu beobachten. Niemand sonst hatte Lust darauf, sich zu nächtlicher Stunde damit zu befassen. Ein Nachtschwärmer ist der Uhu-Experte geblieben. Mit seinem Privatleben lässt sich das mittlerweile gut vereinbaren. "Früher habe ich meine Freundin auch schon mal allein vor dem Fernseher sitzen gelassen, um in klaren Nächten in die Steinbrüche zu gehen", sagt er schmunzelnd. Auf einen Fernseher kann er übrigens gut verzichten: "Dafür hab ich ohnehin keine Zeit."

Kompromisse in Sachen Naturschutz hat Regulski nie gemacht: "Die Natur wird gern als Alibi benutzt. Wenn man etwas tun muss oder das Ganze auch noch Geld kostet, verdrücken sich die meisten." Sein Erfolg scheint ihm Recht zu geben: Aus dem anfangs eher kleinen Uhu-Projekt ist ein von Steinbruchbetreibern und Kommunen unterstütztes Artenschutzprojekt geworden. magu

Quelle: RP
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