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Kreis Mettmann
Die Bauern werben vor dem Düngen

Kreis Mettmann: Die Bauern werben vor dem Düngen
288 landwirtschaftliche Betriebe gibt es im Kreis Mettmann. Alle Landwirte müssen ihre Ackerböden mit den nötigen Nährstoffen versorgen, damit es in der kommenden Vegetationsperiode keine Probleme gibt. FOTO: Armin Fischer (arfi)
Kreis Mettmann. Mit einer Plakatkampagne sucht der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV) den Dialog mit der Bevölkerung. Das aktuelle Plakat "Wir machen Mief" wirbt für mehr Toleranz bei Geruchsbelästigungen durch Gülle. Von Daniele Funke

Gut Ellscheid in Haan vermittelt Idylle pur. Ein Bilderbuchbauernhof, inmitten von Wiesen und Feldern. Von weitem hört man aus dem Stall vereinzelt die Milchkühe muhen. Der kleine, gemütliche Hofladen bietet nicht nur lose Eier, frisches Brot und Milch in Glasflaschen, hier ist auch Zeit für ein gemütliches Pläuschchen, Stress und Hektik müssen draußen bleiben.

Die Menschen liebten die Natur, erzählt Bäuerin Marlene Rosendahl, während sie frische Brötchen in eine Papiertüte packt, aber häufig nur mit ihren Vorteilen. "Wir hatten einen Nachbarn, der hier in die Umgebung gezogen ist, aber dann hat er sich über die Gerüche aufgeregt, sich sogar bei den Behörden erkundigt, ob alles seine Richtigkeit habe und hat dem Landleben letztlich wieder den Rücken gekehrt."

"An warmen, sonnigen Tagen verbreitet sich der Geruch von Gülle und Jauchen stärker, bei Regen weniger intensiv", erklärt Landwirt Gerhard Rosendahl. "Uns selbst stinkt das Zeug auch gewaltig", sagt Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann und verweist auf das Kampagnenplakat "Wir machen Mief", auf dem fünf Landwirte mit Wäscheklammern auf der Nase vor einem Gülletank stehen. In Hauptbahnhöfen und an Hauptstraßen wirbt das Plakat derzeit um Aufmerksamkeit. "Wir wollen erst Neugierde wecken, dann Fakten schaffen und letztlich Toleranz für unser Handeln erwirken", erklärt Dahlmann das Ziel .

Dabei ist die Geruchsbelästigung durch die "Kreislaufwirtschaft" - also der Rückführung tierischer Fäkalien auf die Böden - mit den Jahren geringer geworden. "Dank modernerer Technik gibt es jetzt Verfahren, bei denen kaum noch Gestank entsteht", weiß Landwirt Johannes Paas aus Ratingen. "Früher hat man hauptsächlich mit nach oben strahlenden Pralltellern gedüngt, dadurch entstand eine starke Geruchsentwicklung und etwa 30 Prozent Nährstoffeinbußen. Heute wird bodennah gedüngt oder die Gülle durch Schleppschläuche direkt in den Boden eingebracht." Von November bis Ende Januar darf stickstoffhaltiger Dünger nicht auf Acker- und Grünlandflüchen ausgebracht werden. "Wir achten natürlich auch darauf, nicht am Wochenende zu düngen, wenn alle im Garten sitzen und grillen wollen. Aber auch unter uns Landwirten gibt es schwarze Schafe wie in allen Berufsgruppen", räumt Dahlmann ein.

Organischer Dünger besteht hauptsächlich aus Phosphor, Kalium und Stickstoff- je höher der Stickstoffgehalt, desto ausgeprägter die unangenehmen Geruchsentwicklung. "Geflügelkot riecht besonders ekelhaft", findet Johannes Paas. "Aber die Menschen sollten sich bewusst machen, dass der organische Dünger zwar stinkt, aber wesentlich umweltfreundlicher als künstlicher Mineraldünger ist."

Quelle: RP
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