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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Die beliebten Shopping-Sonntage stehen auf der Prüfliste

Hilden. Eingeschränkte oder sogar abgesagte verkaufsoffenen Sonntage bringen Händler auf die Palme. Die Unsicherheit ist groß.

Der Ärger um den begrenzten verkaufsoffenen Sonntag (VOS) zum Bauernmarkt in Ratingen ist noch nicht verraucht. Bekanntlich waren nicht alle Kaufleute informiert worden, dass nicht mehr an allen Straßen geöffnet werden durfte: Ein Beispiel für die Verunsicherung, die das Urteil gegen die Stadt Velbert, das die Gewerkschaft Verdi erzielt hatte, bringt. Verkaufsoffene Sonntage sind nach Landesgesetz nur dann genehmigungsfähig, wenn es eine entsprechend große Veranstaltung gibt. Die Richter haben klar festgestellt, dass (unter anderem) diese Anlässe mehr Leute anlocken müssen, als es die Geschäfte allein schaffen. In Velbert sollte ein kleines Kinderfest als Begründung herhalten. Für Verdi, die die verkaufsoffenen Sonntage ebenso wie die Kirchen nicht gutheißen, war das ein gefundenes Fressen. Nun müssen sich alle Werbegemeinschaften und die Kommunen landauf, landab auf die Richtlinien einstellen. Verdi sagt, man woll nur das bestehende Recht durchsetzen und es nicht überall "ausgefranst" sehen - längst ist die Landesregierung von anderer Seite aufgefordert worden, das Gesetz zu ändern und damit liberaler zu gestalten. Denn die Beschränkungen bei den Shopping-Sonntagen fallen in eine Zeit, in der alle Innenstädte um mehr Akzeptanz und Kundschaft werben. "Das stärkt wieder mal den Online-Handel", ist sich Hildens Stadtmarketing-Chef Volker Hillebrand sicher.

Das bedeutet, dass die geplanten Sonntage für dieses Jahr einigermaßen sicher sind - allerdings nur in der Innenstadt. Die Zeiten, in denen ein Trödel vor der Tür auch die Pforten der Möbelhäuser öffnete, sind vorbei. Zugleich öffnen einige Häuser im Gewerbegebiet, wenn in der City verkaufsoffen ist. Für das kommende Jahr kann nicht gut geplant werden: Kommt ein neues Gesetz? Oder halten alle wegen der Waglen die Füße still?

Eines aber ist jetzt schon sicher: Das Urteil hat im Kreis Mettmann für Verunsicherung gesorgt: Offen? Geschlossen? Für viele Kaufleute ist das ein herber Schlag, generieren sie doch an Einkaufssonntagen oft einen starken Umsatz.

goekcen.stenzel@rheinische-post.de

Quelle: RP
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