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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Die Feuerwehr im Umbruch

Hilden. Wie sehr sich die gesellschaftlichen Realitäten verändern, ist an der Freiwilligen Feuerwehr Hilden gut abzulesen. Die Verantwortlichen bemerken seit Jahren, dass immer weniger junge Menschen sich für das wichtige Ehrenamt interessieren und zum Dienst melden. Sie machen daraus keinen Hehl und gehen so oft es geht in die Öffentlichkeit. Erst in dieser Woche haben die Rettungstaucher zum Stelldichein am Elbsee gebeten, um ihre spannende Tätigkeit zu zeigen und darüber zu sprechen. An diesem Wochenende gibt es aus einem ähnlichen Grund den Tag der offenen Tür an der Feuerwache. Was bedeutet das aber für die Stadt?

Es ist falsch zu glauben, junge Menschen wollten sich nicht mehr engagieren. Ein Teil interessiert sich, ein anderer Teil eben nicht. Das war noch nie anders. Was anders ist, ist der Alltag: Schon Schüler haben nachmittags keine Zeit für außerschulische Aktivitäten - weil sie in der Schule sind. Auszubildende sind auch stärker gefragt als je zuvor, Studenten sowieso und wer erst einmal im Beruf steht, ist froh um die wenigen freien Stunden in der Woche, die meist für die Familie oder die Freunde verplant sind. Wer kann es ihnen verdenken? Für viele bisher freiwillige Tätigkeiten bedeutet das, dass sie mehr und mehr in hauptamtliche umgewandelt werden müssen, gerade wenn es sich um Belange der öffentlichen Sicherheit handelt. Darauf sind die Städte finanziell nicht eingestellt, es muss jedoch laut darüber nachgedacht werden: Zeit ist Geld, und da, wo Bürger keine Zeit mehr haben, müssen sie zahlen. Das ist beim Fegen und Räumen der Straßen auch nicht anders. Wie also ist es zu bewerkstelligen, dass Hilden auch in Zukunft genügend Feuerwehrleute hat? Auf unser "ist noch immer gut gegangen" sollten wir uns jedenfalls nicht verlassen.

Quelle: RP
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