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Bettina Busch
"Die Gesundheit der Seele liegt uns am Herzen"

Hilden. Der Hildener Handwerkerverbund "Alles wird schön" sammelt Spenden für die Eckhard-Busch-Stiftung. Die RP stellt sie vor.

Sie sind Vorsitzende der Eckhard- Busch-Stiftung. Welche Aufgaben hat die Stiftung?

Busch Uns liegt die seelische Gesundheit der Menschen am Herzen. Mein Vater hat sich mit 58 Jahren in Haan das Leben genommen. Er litt an einer unheilbaren Krankheit, die unter anderem eine schwere Depression erneut auslöste. Er hat über Suizid nachgedacht und uns dies auch mitgeteilt, letztlich wollte er sich und uns ein schweres Leiden ersparen. Das war für mich (ich war damals 28) und meine Mutter sehr schwer und bedrückend und nur schwer auszuhalten. 2010 haben wir die Stiftung gegründet, um das Thema psychische Erkrankungen in die Öffentlichkeit zu bringen, gesellschaftsfähig zu machen und das Leid der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu mildern.

Wie sieht Ihre Arbeit konkret aus?

Busch Wir haben ungefähr 40 000 Euro aus eigenen Mitteln im Jahr zur Verfügung. Damit haben wir seit 2010 bislang rund 50 verschiedene Projekte unterstützt. Ein gutes Beispiel ist "Kino zeigt Seele". Gemeinsam mit der Kino Gesellschaft Köln präsentiert die Eckhard Busch Stiftung eine Filmserie zu Themen rund um psychische Erkrankungen. Alle Filme werden von Experten begleitet, so dass im Anschluss die Möglichkeit besteht, Fragen zu stellen. Mit diesen vier Veranstaltungen erreichen wir jedes Mal rund 120 Zuschauer. Die Stiftung kostet das rund 500 Euro im Jahr. Dies zeigt, man kann auch viel Wirkung mit wenig Geld erzielen.

2011 haben Sie in der Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Hilden des LVR-Klinikums Langenfeld das Projekt "Einfach singen" gestartet. Wie funktioniert das?

Busch Das ist unser erfolgreichstes Projekt nach einer Idee von Susanna Staets und mit Unterstützung von Dr. Mechthild Pott. Singen hat eine besondere Kraft und tut psychisch kranken Menschen einfach gut. Es befreit, mindert Ängste und fördert positive Emotionen und die Gemeinschaft. Deshalb kommt einmal in der Woche eine Gesangslehrerin in die Tagesklinik und singt gemeinsam mit den Erkrankten, Angehörigen und Betreuern. "Einfach singen" gibt es mittlerweile in neun Kliniken und in einem Behandlungszentrum in Köln. Das Programm ist ein Selbstläufer geworden.

Wie funktioniert Ihr aktuelles Projekt "Schatzkiste"?

Busch Das ist eine kostenfreie Partner- und Kontaktvermittlung für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, die jetzt in Köln aufgebaut wird. Das funktioniert nicht so wie Parship. Vielmehr fungiert die Diakonie Michelshoven als Ansprechpartner und bringt die Menschen miteinander in Kontakt, für die Freizeit, Reisen und auch Partnerschaften.

Sie fördern auch Klettern als Therapie.

Busch Ja, weil es psychisch Kranke oder Menschen mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) erstaunlich gut hilft. Der Verein Hoch-Hinaus ist auf die Idee gekommen, Klettern nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene anzubieten. Geklettert wird in einer öffentlichen Halle, begleitet von erfahrenen Therapeuten und Trainern. Klettern fördert unter anderem die Selbstwahrnehmung und das Selbstvertrauen. Die Busch-Stiftung übernimmt das Eintrittsgeld für die Kletterhalle.

CHRISTOPH SCHMIDT STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
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