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Hilden
Die Grünen sind froh, wieder im Landtag zu sein

Hilden: Die Grünen sind froh, wieder im Landtag zu sein
Erstaunte Gesichter im Hildener Rathaus: Marianne Münnich (Grüne), Bürgermeisterin Birgit Alkenings (SPD: "Wir brauchen eine neue Strategie für die Bundestagswahl"), Klaus-Dieter Bartel (Grüne) und Norbert Danscheidt (CDU) FOTO: Köhlen
Hilden. Des einen Freud, des anderen Leid - so lässt sich die Stimmung aus dem Hildener Rathaus zusammenfassen. Die Bürgermeisterin ist erstaunt ob des Wahlergebnisses. Von Gökçen Stenzel

Beide sind verwundert, als die erste Prognose kommt: Sowohl Bürgermeisterin Birgit Alkenings (SPD) als auch Erster Beigeordneter Norbert Danscheidt (CDU) machen erstaunte Gesichter angesichts der Zahlen, die sie auf dem Bildschirm des Sitzungszimmers sehen. Die CDU liegt mehrere Prozentpunkte vor der SPD, auch die erste Hochrechnung bestätigt das. "Das ist erstaunlich deutlich", sagt Alkenings nüchtern. "Mit einem so großen Abstand habe ich nicht gerechnet."

Ähnlich lauten Danscheidts Worte. "Das habe ich nicht erwartet, die Stimmung im Land hat sich offensichtlich in den letzten vier Wochen gedreht." CDU-Fraktionsvorsitzende Marion Buschmann, selbst Wahlhelferin, meldet sich telefonisch, gratuliert ihrer Parteikameradin Claudia Schlottmann zu ihrem "mehr als verdienten Erfolg". Sie seien über die Arbeit für den Hildener Stadtrat auch privat zu Freundinnen geworden. "Ich gönne ihr ihren Sieg von ganzem Herzen - und freue mich natürlich für die CDU und das ganze Land", so Buschmann.

Angesichts der deutlichen Verluste der Grünen überrascht die erste Aussage von Klaus-Dieter Bartels. "Ehrlich gesagt bin ich froh, dass wir im Landtag geblieben sind, und sei es nur mit sechs Prozent", sagt Hildens erster Grüner. "Da sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen." Das Ergebnis sieht in Hilden ebenso aus wie im Land: Vor fünf Jahren kamen die Grünen hier noch auf 11,6 Prozent, während es jetzt kaum noch sechs sind. Woran liegt das?

"Logisch zu erklären ist der Absturz der vergangenen Monate nicht", findet Bartel. "Und dann ist der Job der Schulministerin auch kein einfacher." Alkenings sekundiert ihm: Immerhin sei es Schwarz-Gelb gewesen, die G8 eingeführt hätten, ein gescheiterter Versuch in ihren Augen. "Jetzt erneut Schwarz-Gelb zu wählen, weil sie es richten sollen - das ist nicht zu verstehen."

Deutlicher Sieger ist auch die FDP, die in Hilden um die 15 Prozent holt, hier sind die Liberalen traditionell stark. "So ein Ergebnis tut nach dem Tal der Tränen in den vergangenen vier Jahren natürlich gut", sagt der Hildener FDP-Ratsherr Yannick Hoppe (23), ein weiteres junges Gesicht bei der FDP. Er ist überzeugt, dass es nicht Christian Lindner allein war, der das Ergebnis eingefahren hat, "sondern das ganze Team. Auch Moritz Körner hat sich toll eingebracht." Der Langenfelder Körner (26) wird wohl der jüngste Abgeordnete des neuen Landtags sein.

Die Hildener FDP saß gestern Abend im Restaurant La Scala zusammen, die SPD traf sich im Black Pub, während die Grünen im Extrablatt die Zahlen auf sich wirken ließen, die CDU feierte in Richrath und die AfD im Haus Tillmann. AfD-Kreissprecher Heimo Haupt sprach angesichts des Einzugs der "Alternative für Deutschland" in den Landtag von einem "vernünftigen Ergebnis". Er gab aber zu, dass das Ziel von zehn Prozent plus x nicht erreicht worden ist. Tatsächlich schwankte die Zustimmung zu der Partei zwischen 0,0 in einigen Stimmbezirken bis zu 9 Prozent in anderen. Herbert Strotebeck wird aus dem Kreis Mettmann in den Landtag einziehen.

Quelle: RP
 
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