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Weihnachts-Wissen (15)
Die Knospen und Christus

Hilden. Rituale und Bräuche sind aus der Adventszeit nicht wegzudenken. Doch woher kommen Apfel, Nuss und Mandelkern? Experte Manfred Becker-Huberti erklärt, was es damit auf sich hat.

Barbarzweige haben ihren Vorläufer im Andreasreiser. Das Schneiden von Zweigen an Andreas war im 15./16. Jahrhundert statt an Barbara üblich. Damit verbunden waren Orakelbräuche zum Winterbeginn: Frauen, die im Mittelalter am Andreastag (30. November) einen Weichselzweig schnitten und ihn ins Wasser stellten, konnten mit dessen Hilfe in der Christnacht angeblich erkennen, wer eine Hexe war. Diese trug dann nämlich ein hölzernes Gefäß auf dem Kopf. Am Andreastag geschnittene Zweige mussten nach besonderen Regeln geschnitten werden. Grüne Lebensruten bringen besonders Glück, wenn man sie am Andreasabend um sechs, neun oder zwölf Uhr schneidet. Am besten ist es, wenn die Andreasreiser von sieben oder neun verschiedenen Bäumen oder Sträuchern stammen: Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume, Rosskastanie, Holunder, Himbeere, Johannisbeere, Stachelbeere. Die Zweige müssen schweigend und ungesehen geschnitten werden. Drei Zweige werden mit je einem farbigen Band gekennzeichnet. Jede Farbe bezeichnet einen Wunsch. Blüht der Zweig zu Weihnachten, geht der Wunsch in Erfüllung. Der Barblentag (auch: Barbara, Barbere) am 4. Dezember hat dieses Brauchtum übernommen. Die Barbarazweige sollen zu Weihnachten blühen und den Glanz verdeutlichen, den die Geburt des Erlösers in die Nacht der Sünde gebracht hat. Verwendet werden heute vor allem: Weichsel, Apfel, Birne, Pflaume, Flieder, Linde, - heute verwendet man auch Äste von Mandelbäumchen, Forsythie, Jasmin, Weide und Rosskastanie.

Ähnlich ist die Tellersaat des Barbara-Weizens als "winterliches Grün" bekannt, andernorts heißt es Adonisgärtlein. Man streut Weizen- oder Gerstenkörner auf einen flachen Teller, begießt sie mit Wasser und stellt das Ganze an einem geschützten Ort warm. Zu Weihnachten ist die Saat aufgegangen und bildet einen dichten Busch, in den man als Hinweis auf das "Licht der Welt", eben Christus, eine Kerze stellt.

Quelle: RP
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