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Hilden
Die leise Kunst des Hans-Joachim Uthke

Hilden: Die leise Kunst des Hans-Joachim Uthke
Hans Joachim Uthke (l.) im Gespräch mit Edith und Gerhard Hägele, die schon seit Jahren sein künstlerisches Schaffen verfolgen. FOTO: Staschik
Hilden. Nicht nur künstlerisch ist Hans-Joachim Uthke dem Seniorenzentrum verbunden. Es sind auch die Menschen dort, die sozialen Aspekte, für die er schon länger sein Können einsetzt. Seit 1995 stellt er regelmäßig am Erikaweg aus. Die aktuelle Winterausstellung ist die siebte Werkschau Uthkes am Ort. Von Astrid Schoene

Der Haaner Künstler hat mit seiner poetischen Bildsprache Texte des Predigers Salomon aus dem Neuen Testament übersetzt. Der Titel "Alles ist eitel und Haschen nach Wind" ist zugleich ein Wunschtitel von Angelika Neumann vom Seniorenzentrum. Rund um das lichte schöne Foyer können sich die Bewohner bis Sommer mit Uthkes Zeichnungen, mit seinem Spiel mit der Sprache und der Kraft der biblischen Worte auseinandersetzen. Humorvoll, ironisch, hintergründig, aber auch nachdenklich hat der Künstler Verse und Bild in Einklang gebracht.

Die ersten 20 kleinformatigen Zeichnungen sind Salomons Worten "Ein jegliches hat seine Zeit" und seinen thematischen Variationen gewidmet. Da sitzt zu "Friede hat seine Zeit" eine kleine weiße Taube auf einem Kanonenrohr. Das anschließende düstere Bild mit Stacheldraht und Totenköpfen symbolisiert "Töten hat seine Zeit". Man liest weiter: "Weinen hat seine Zeit", Denken, Schweigen, Heilen.... Mit feinsten Pinseln und Stiften zeichnete, tuschte und kolorierte Uthke diese meisterlich filigranen Collagen. Das, was ihn faszinierte, hat er mit leichter Hand herausgearbeitet. Der Betrachter muss sich schon Gedanken machen, wenn er sich bei der malerischen Übersetzung Salomons in die leise Kunst Uthkes vertieft. Gleich am Eingang hängen großformatigen Werke - "Es ist besser, du gelobst nichts, als dass du nicht hältst, was du versprichst." In einer schwarzgrauen Zeichnung verdeutlicht Uthke den Sinn dahinter. Eine unfertige Treppe, wie ein Luftschloss, schwebt empor, und oben steht der "Heilsbringer". Gerade diese Serie zeigt spannende erzählerische Momente, verschlüsselte Anspielungen auf moralische Werte und die Vergeblichkeit allen Tuns.

Ein Hauch Melancholie spürte man in der Eröffnungsrede von Angelika Neumann. Die Leiterin der Bewohner-Betreuung und Ehrenamts-Koordinatorin geht im nächsten Jahr in den Vorruhestand. Für sie schließe sich der Kreis, sagte sie. "Ich habe mit Uthkes erster Ausstellung hier angefangen und mit dieser Ausstellung gehe ich."

Quelle: RP
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