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Hilden
Die Postberge des Streiks sind noch hoch: Stammboten gegen Springer?

Hintergrund: Kleine Geschichte der Deutschen Post
Hintergrund: Kleine Geschichte der Deutschen Post FOTO: AP
Hilden. Anders als vor einer Woche angekündigt, lagert in einigen Zustell-Stützpunkten noch viel ältere Post. Boten ohne Bezirk nehmen die Berge offenbar nicht mit.

Auch fast zwei Wochen nach Ende des Poststreiks warten viele Empfänger noch auf Briefe, die irgendwann nach dem 8. Juni im regionalen Verteilzentrum eingegangen waren und seither in einem der so genannten Zustellstützpunkte gelagert sind.

Damit verfehlte das Unternehmen die von Post-Sprecher Rainer Ernzer angekündigte Devise, nach der die Rückstände eigentlich bis Ende vergangener Woche abgearbeitet sein sollten. Und Uwe Speckenwirth von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sieht sich in seinem vor einer Woche geäußerten Zweifel ("Bei dieser großen Menge an zurückbehaltenen Sendungen kann ich mir das kaum vorstellen") an diesem angekündigten Termin bestätigt.

Einer der Gründe, weshalb es nicht schneller geht, könnte darin liegen, dass Springer den Stammboten nicht mit älterer Post helfen. So berichtet es zumindest ein RP-Leser aus Haan, der mit seiner Postbotin sprach und folgende Antwort erhielt: "Sie sagte, dass sie als Springerin ohne festen Bezirk arbeite. Unser Stammbote habe gestreikt und sei derzeit in Urlaub. Sie dagegen habe nicht gestreikt und sehe es überhaupt nicht ein, seine Arbeit mitzumachen. Das sei seine Angelegenheit. Ich solle warten, bis er wieder da sei. Dies sei am Dienstag, 21. Juli, der Fall. Am Samstag und am gestrigen Montag kam eine andere Springerin. "Bis dann die Rückstände von dem Stammboten abgearbeitet wären, könne es dauern, da sie sich im Lager bis unter die Decke stapeln würden." Tatsächlich sei es nicht so gelaufen, "wie wir es noch Anfang vergangener Woche erwartet und erhofft hatten", räumte Post-Sprecher Ernzer gestern ein - ohne allerdings auf die konkreten Gründe einzugehen.

In den meisten der Bezirke seien die streikbedingt liegengebliebenen Sendungen zwar zusammen mit der aktuellen Post mittlerweile zugestellt worden, aber eben nicht in allen. "Einige der Bezirke waren eben besonders betroffen, weil es nicht überall gelungen ist, streikende Zusteller durch Aushilfskräfte zu ersetzen. Und wenn sich dreieinhalb Wochen lang die Post ansammelt, ist das schon eine gewaltige Hausnummer." Nicht nur innerorts, sondern auch zwischen den Städten im Kreis Mettmann gebe es große Unterschiede. "In Ratingen ist es noch ähnlich wie in Langenfeld, in Monheim oder Hilden sieht es schon besser aus." Eine Woche sei bis zum Normalzustand wohl noch nötig, so Ernzer.

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(mei/gök)
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