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Hilden
Die Sessionsorden erzählen Geschichte(n)

Hilden. Was zeigen die aktuellen Orden der Session? Wir stellen sie vor. Den Auftakt bilden Narrenakademie und Musketiere, die die Herrensitzung organisierten.

Der letzte Handweber Der Sessionsorden der Narrenakademie zeigt sich geschichtsorientiert: Zwischen den vereinstypischen Symbolen "Eule" und "Tonne mit Stadtwappen" steht der letzte Hildener Handweber Carl Hasbach. Er lieferte 1913 sein letztes Werkstück bei der Firma Kampf & Spindler in Hilden ab - Pfeife rauchend, gekleidet im guten Rock, den Warenbaum geschultert mit dem daran hängenden Bobinensack (Garnrollensack). Sein Denkmal steht heute noch an der Kreuzung Berliner-/Ecke Hochdahler Straße. Weiterhin zeigt der Orden zu Füßen des Handwebers ein tanzendes Kinderprinzenpaar. Ein besonderes Merkmal für die Hildener Narrenakademie. Sie stellen zum 43. Mal das Hildener Kinderprinzenpaar. "Die Geschichte des neuen Ordens finde ich sehr schön, da sie eng mit Hilden verwurzelt ist", sagt Ursula Kautzner, Sprecherin der Narrenakademie. Sie selbst hat rund 25 verschiedene Orden zuhause, die sie in einer "wunderschönen Kiste" aus Holz aufbewahrt. Und wem würde sie einmal einen Orden verleihen? "Bei uns in der Narrenakademie käme man mit einem Orden nicht aus. Es gibt so viele, die sich aufopfern und bemühen, damit die Session erfolgreich wird."

Der fehlende Sessionsorden Als einzige Hildener Karnevalsgesellschaft stellen die Musketiere keinen Sessionsorden her. Warum das so ist, da kann auch Ralf Bommermann, seines Zeichens Ordenfachmann und langjähriges Mitglied, nur mutmaßen: "Vielleicht war das mal eine wirtschaftliche Entscheidung", sagt der Leiter des Karnevalsmuseums und Herr über rund 20 000 der begehrten bunten Metallabzeichen. Aber warum eigentlich Orden? "Die Wurzel des Karnevals im Rheinland liegt eben auch in der Persiflierung französischer Besatzer." Pseudomilitarismus also - mit Uniform, Orden und Marschmusik. Und welcher Orden ist der schönste? "Das Herzstück ist natürlich der Prinzenorden, danach schielt jeder", weiß Bommermann, der sich selbst als besonders "ordensaffin" bezeichnet und daher alle Prinzenorden seit 1997 sein Eigen nennt. Sein Lieblingsstück: "Ein Velberter Prinzenorden, rot-gold in Herzform. Der ist einfach toll." Er hängt im Arbeitszimmer an der Wand.

Für die Neueröffnung seines Karnevalsmuseums am Standort Grabenstraße 1-5 laufen die Vorbereitungen. Die Rohinstallation sei fertig, berichtet Bommermann, derzeit werden die Vitrinen neu bestückt.

(höv)
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