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Auf Ein Wort
Die Symbolik der Krippen

Hilden. Aufwändig gestaltete Krippen sind momentan in fast allen Kirchen zu finden. Sie sind bunt und farbenträchtig, können kitschig oder kunstvoll sein. Immer geht es um die Geburt Jesu von Nazareth. Die Evangelisten gehen allerdings sehr sparsam und sachlich mit ihren Beschreibungen um.

Aber gerade diese kurzen Szenen aus der Bibel haben viel Fantasie und Kreativität freigesetzt. Seit Jahrhunderten wird diese Geschichte in aller Welt gestaltet. Geführte Krippenwege in Köln sind ausgebucht, bei der Musik an der Krippe in der Erlöserkirche in Hilden gibt es wegen Überfüllung keinen Einlass mehr. An diesem Wochenende stellen Menschen ihre ganz persönlichen Krippen in der Reformationskirche in Hilden aus. Damit auch andere staunen und sich wundern können.

Hinter den Figuren einer Krippe steckt viel Symbolik. Menschen brauchen Bilder, wenn sie etwas nicht begreifen können. Und wer kann von sich sagen, dass er die christliche Botschaft mit dem Verstand begreifen kann?

Nach menschlichen Maßstäben ist es unsinnig, dass der allmächtige Gott als ohnmächtiges Kind in diese Welt kommt. Die Krippen erzählen durch ihre Gestaltung, wie dies vielleicht dennoch zu verstehen ist. Sie sind bildhafte Predigt dafür, dass es eine wirkliche Veränderung dieser Welt nur 'von unten' gibt.

Veränderung hat diese Welt nötiger denn je. Zunehmend ist sie geprägt von menschlichem Machtmissbrauch, von Despoten und Egozentrikern, die nur um sich selber kreisen. In einer Krippe kann ich anderes sehen. Auch die Armen (hier die Hirten) werden vom göttlichen Licht beleuchtet und haben die gleiche Würde wie alle anderen. Auch die Mächtigen (hier die Könige) beugen vor diesem Kind die Knie, verlieren ihren Egoismus und gehen neue Wege.

Die Bibel lädt zu dieser Menschlichkeit ein. Beim Betrachten von Krippen wird mir die Tiefe dieses Glaubens wieder bewusst. In diesem Jahr ist in unserer Krippe einer der Hirten etwas 'verrutscht'. Er schaut an der Krippe vorbei ins Nichts.

Als ich das entdeckte, musste ich schmunzeln. Geht es mir nicht oft ähnlich? Da liegt das Göttliche direkt vor meinen Augen - und ich? Ich schaue vorbei und erkenne nichts. Wenn ich aber meinen Blickwinkel nur etwas verändere ...

Quelle: RP
 
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