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Hilden
Die Verwaltungsschule hat jetzt eine neue Leiterin

Hilden: Die Verwaltungsschule hat jetzt eine neue Leiterin
FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Im Institut für öffentliche Verwaltung in Hilden bildet das NRW-Innenministerium seine Mitarbeiter aus. Von Christoph Schmidt

"Institut für öffentliche Verwaltung" steht am Eingang. Dahinter liegt eine der ungewöhnlichsten Verwaltungsschulen des Landes. Eine Art Uni-Campus in einem riesigen wilden Park (120.000 Quadratmeter) voller seltener Tiere und Pflanzen - und moderner Kunst. Und das direkt am Autobahnkreuz Hilden. Die Außenmauer ist Hildens größte Graffiti-Galerie. Hausherrin ist jetzt Bärbel Feldmann.

Die 58-Jährige ist im Ruhrgebiet (Herten) aufgewachsen und hat in Bremen Wirtschaft und Sozialwissenschaften studiert: "Einen Teil meines Verwaltungsreferendariats habe ich in Hilden absolviert." Seit 1987 ist die Mutter von zwei erwachsenen Kindern im Landesdienst bei der Bezirksregierung Köln. Die letzten 15 Jahre war sie bei der Polizei NRW. Feldmann war maßgeblich an der Fusion der Polizeibehörden Leverkusen und Köln beteiligt. Diese schlug hohe Wellen, vor allem in Leverkusen. Zuletzt war sie stellvertretende Polizei-Präsidentin in Aachen, zuständig für rund 1500 Mitarbeiter und die Bereiche Haushalt, Technik und Personal. Ist die neue Aufgabe in Hilden nicht ein ziemliches Kontrast-Programm? "Ich finde es spannend, nicht immer das Gleiche zu tun", sagt die Leitende Regierungsdirektorin. Die Verwaltungsschule ist praktisch ein Internat auf Zeit mit Hotelbetrieb: "Wir haben 100 Zimmer mit 200 Betten - und sind immer ausgebucht."

Die Teilnehmer bleiben zwischen einer Woche und drei Monaten in Hilden. Im Haus gibt es Leihfahrräder und eine eigene Kneipe mit Kegelbahn. Das Landesinnenministerium lässt in Hilden seine Mitarbeiter für den mittleren und gehobenen Dienst aus- und weiterbilden: "Wir machen die Kollegen fit, auch für neue Aufgaben wie die Integration der Flüchtlinge oder die elektronische Akte." Den Unterricht übernehmen rund 200 Dozenten, die andere Behörden zur Verfügung stellen.

Feldmann hat das Haus Hildener Künstler eingeladen, die Flure der Verwaltungsschule in eine Galerie zu verwandeln. Rund 15 Künstler stellen dort bis 2017 aus. Hilden gefällt ihr gut: "Es ist sehr übersichtlich und in der Innenstadt kann man sehr schön einkaufen." Deshalb nimmt sie die 40 Kilometer Fahrt von ihrem Wohnort Rösrath gerne in Kauf.

Die 28.000-Einwohner-Stadt grenzt an Köln, gehört aber zum Rheinisch-Bergischen Kreis und ist seit 25 Jahren ihre Heimat: "Eine sehr freundliche Stadt mit guter Anbindung an Köln." Wegen ihrer beiden Kinder hat Bärbel Feldmann 15 Jahre in Teilzeit gearbeitet. Trotzdem hat sie Karriere gemacht: "Der Öffentlichen Dienst bietet Frauen besonders günstige Bedingungen, wenn sie Beruf und Familie verbinden wollen." Lieblingsgericht? "Schokolade und Gummibärchen", muss Bärbel Feldmann lachen - "natürlich in Maßen." Nach ihrer schlanken Figur zu urteilen muss sie sehr diszipliniert sein. Zwei Mal in der Woche trainiert sie im Studio, joggt im Wald und macht Yoga: "Ich muss mich immer ein Stück quälen, aber hinterher tut es mir gut." Lieblingsort? "Conil de la Frontera in Andalusien. Ein weißes Dorf am Meer, nicht sehr touristisch - da komme ich gerade her." Die Institutsleiterin hat Bürgermeisterin Birgit Alkenings Hilfe bei der Integration der Flüchtlinge in Hilden angeboten - mit Unterricht, Deutsch- und Staatsbürger-Kursen: "Sobald der Bedarf feststeht, können wir das gemeinsam realisieren." Und wie ist Alkenings Eindruck von der neuen Institutsleiterin? "Sehr nett, sehr offen - wie das bisher auch mit ihren Vorgängern war."

Quelle: RP
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